05:52 24 Januar 2020
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    Bei radioaktiver Strahlung können sich Kosmonauten höchstens zwei Monate ungefährdet auf der Mondoberfläche bzw. im mondnahen Orbit aufhalten, sagte der Leiter der Abteilung Radioaktive Sicherheit bei bemannten Raumflügen am russischen Institut für medizinisch-biologische Probleme, Wjatscheslaw Schurschakow, am Donnerstag gegenüber Sputnik.

    „Die Strahlendosis dort beträgt etwa 1,4 Millisievert pro Tag. Formell gesehen, darf sich ein Kosmonaut in seinem ganzen Leben insgesamt höchstens zwei Jahre auf dem Mond oder im mondnahen Raum aufhalten“, so Schurschakow.

    Doch im Unterschied zum Aufenthalt in einem erdnahen Orbit werde ein Kosmonaut auf dem Mond und im mondnahen Orbit galaktischen kosmischen Strahlen mit schweren geladenen Teilchen ausgesetzt sein, die das zentrale Nervensystem negativ beeinflussen, so der Forscher. Dadurch würden das Gedächtnisvermögen, die Handlungsfähigkeit und das Labyrinthorgan des Kosmonauten beeinträchtigt. Zu weiteren negativen Faktoren gehörten das Ausschwemmen von Kalzium aus den Knochen, Hypodynamie und das Fehlen eines Magnetfeldes. All dies würde den gefahrlosen Aufenthalt auf dem Trabanten auf zwei Monate beschränken.

    Laut Schurschakow bekommt ein Kosmonaut während eines einjährigen Einsatzes an Bord der Raumstation ISS eine Strahlendosis, wie ein Katastrophenhelfer bei einem Reaktorunfall, das heißt etwa 220 Millisievert, während die übliche Strahlendosis auf der Erde 1 Millisievert betrage.

    Bei starken Sonnenausbrüchen, die einmal in elf Jahren erfolgen, erhöhe sich die Strahlendosis in der ISS auf das Zehnfache, so Schurschakow weiter. „Ein solches Protonenereignis dauert 24 Stunden bis eineinhalb Tage.“ Dabei seien die Kosmonauten im Orbit der ISS durch das Magnetfeld der Erde gegen radioaktive Strahlen gut geschützt.

    Laut früheren Berichten soll ein Raumschiff der neuen Generation, „Orjol“, im Jahr 2029 den Mond umrunden. Für das Jahr 2030 ist eine Landung russischer Kosmonauten auf der Mondoberfläche geplant.

    ls/sb

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    Tags:
    Sputnik, Institut für medizinisch-biologische Probleme, Mond, Russland