18:36 25 Oktober 2020
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    Das größte Logistikschiff der norwegischen Marine, „KNM Maud“, hat ein Navigationsverbot erhalten, da es als zu gefährlich für die Besatzung eingestuft wurde. Darüber schreibt die norwegische Zeitung „Aftenposten“.

    Der Bau des Schiffes dauerte über zehn Jahre und kostete 2,2 Milliarden norwegische Kronen (etwa 223 Millionen Euro). Im Mai 2019 wurde die „KNM Maud“ vom Stapel gelassen. Jetzt darf das Schiff jedoch bis Mitte 2020 nicht aus dem Dock, weil noch verschiedene Fehler und Mängel behoben werden müssen.

    Das Fahrverbot wurde vom DNV GL, der norwegischen Zertifizierungsgesellschaft, verhängt. Die Inspektoren deckten eine Reihe von Problemen im Zusammenhang mit der Materialsicherheit und mangelnder Wartung an Bord auf. Darüber hinaus wurden Mängel bei den neuen kostspieligen medizinischen Geräten an Bord entdeckt. So stelle der Sauerstoffgenerator eine erhebliche Brandgefahr dar, wie „Aftenposten“ präzisiert.

    Südkoreanische Werft schuld?

    Lars Gørvell-Dahll, Leiter des norwegischen Verbands der Schifffahrtsindustrie, sagte gegenüber dem Blatt, die mangelnde Wartung der „KNM Maud“ stehe im Zusammenhang mit ihrem zweijährigen Aufenthalt in der südkoreanischen Werft „Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering“, die nur durch ein Hilfspaket der Regierung einer Pleite entgangen sei.

    „Es ist selten, dass ein Schiff ein Segelverbot von der DNV erhält. [Das Problem – Anm. D. Red.] muss also relativ schwerwiegend sein. Es scheint, als hätten sie in den Jahren, in denen das Schiff angedockt war, nicht die erforderliche Wartung durchgeführt“, legte Gørvell-Dahll nahe.

    Verteidigungsminister Frank Bakke-Jensen erklärte, die „KNM Maud“ befinde sich derzeit in einer Testphase, um Mängel auf dem Schiff festzustellen.

    „Das ist der Fall bei allen größeren Akquisitionen. Die ‚KNM Maud‘ ist unter Garantie, und die Werft konzentriert sich auf die Erfüllung ihrer Garantieverpflichtungen. Der Schwerpunkt liegt nun auf der Korrektur der Abweichungen, damit die geplante Übung so bald wie möglich beginnen kann“, zitiert „Aftenposten“ den Verteidigungsminister.

    ​Allerdings teilten nicht alle seinen Optimismus. Die Vorsitzende des parlamentarischen Außen- und Verteidigungsausschusses, Anniken Huitfeldt, bezeichnete das Navigationsverbot als „sehr enttäuschend“.

    Militärforscher Ståle Ulriksen verurteilte die zeitweilige Nichtverfügbarkeit der „KNM Maud“ als einen Schlag gegen „Norwegens große Ambitionen, einen Beitrag zu den NATO-Streitkräften zu leisten“.

    msch/mt/sna

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    NATO, Zeitung Aftenposten, Defekt, Konstruktionsdefekt, Schiff, Norwegen