21:19 24 Januar 2020
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    China erneuert zügig seine Luftwaffe. In vielen Kernbereichen ziehen die Chinesen mit den Russen und Amerikanern schon gleich, schreibt das „Military Watch Magazine“. Pekings Ziel ist es, von ausländischen Waffensystemen ganz wegzukommen und möglichst auf eigene Flugzeuge zu setzen. Die Projekte sind ambitioniert.

    Starke Kampfjets der Generation 4+ und höher hat die chinesische Luftwaffe heute schon in der Nutzung, schreibt das Portal. Die J-11: Ein Klon des russischen High-Performance-Jets Su-35. Die J-20: Ein Gegenstück zum amerikanischen Stealth-Fighter F-22. Hinzu kommen Kampfjet-Konzepte, die von Grund auf – und vor allem selbstständig – neuentwickelt werden.

    Kampfjets mit VTOL-Fähigkeit

    Werden Start- und Landebahnen in einem bewaffneten Konflikt schon nach der ersten Angriffswelle zerstört, sind konventionell startende und landende Kampfflugzeuge praktisch einsatzuntauglich: Ein für die chinesische Luftwaffe durchaus realistisches Szenario angesichts der Luftbasen auf Inselketten. Mit Senkrechtstartern kann die Luftwaffe die Operationsfähigkeit auch dann erhalten, wenn Runways zum Hauptziel eines Erstangriffs geworden sind.

    Davon abgesehen: Die chinesische Marine will bis 2025 drei Angriffslandeschiffe der Klasse 075 in Dienst stellen. Von der Größe und Wasserverdrängung her gleichen die Schiffe der französischen Charles De Gaulle und der amerikanischen Wasp-Klasse. Durch den Einsatz von VTOL-fähigen Kampfflugzeugen könnte die Klasse 075 als Flugzeugträger fungieren. Die US Navy macht es mit ihrer F-35B bereits vor. 

    Das sowjetische VTOL-Kampfflugzeug vom Typ Jak-141 (Archivbild)
    Das sowjetische VTOL-Kampfflugzeug vom Typ Jak-141 (Archivbild)

    Allerdings ist VTOL-Technik schwierig und komplex. Was sich für China anbieten würde, ist daher der Kauf solcher Technologien im benachbarten Russland, schreibt das Portal. Mit der Jak-141 verfügte das Land einst über einen flugtauglichen Prototyp eines Senkrechtstarters mit Überschallfähigkeit. Zudem hat Russland laut dem Portal bereits bestätigt, an einem weiteren VTOL-Kampfjet zu arbeiten. Ein russisch-chinesisches VTOL-Programm ist insofern nicht unwahrscheinlich, zumal beide Nachbarländer auf eine engere rüstungstechnische Zusammenarbeit hinauswollen.

    Als Ergebnis der Gemeinschaftsentwicklung wäre ein Kampfflugzeug zu erwarten, das die Fähigkeiten der amerikanischen F-35B eventuell sogar übertrifft, schreibt das „Military Watch Magazine“ – fortschrittliches Stealth-Profil, leistungsstarkes AESA-Radar und neue Waffen nächster Generation (PL-15 oder PL-XX) inklusive.

    Projekt AZM

    Eine pakistanische JF-17
    Eine pakistanische JF-17

    China und Pakistan arbeiten gemeinsam am derzeit einzigen einmotorigen Tarnkappenjet außer der F-35. Entstehen soll ein leichtes und erschwingliches Jagdflugzeug als Ersatz für die Chengdu FC-1 und für den Export in die Länder der Dritten Welt, schreibt das Portal. Die Beschaffungs- und die Betriebskosten sollen weit unter denen aller anderen Kampfjets der 5. Generation liegen. Dabei soll das Flugzeug mit modernster Sensorik (AESA-Radar) ausgerüstet und mit neuesten Waffen (PL-15 oder PL-XX) kompatibel sein.

    H-20

    Seinen ersten schweren Interkontinentalbomber braucht China als Gegenstück zum amerikanischen Zukunftsbomber B-21. Zu erwarten ist, dass die chinesische H-20 mit neuester Stealth-Technologie, hyperschallfähigen Abstandswaffen und hochentwickelter Sensorik ausgerüstet wird. Diese Features können den strategischen Bomber auch zu Aufklärungsmissionen befähigen. Taktische Einsätze mit konventionellen Marschflugkörpern oder Schiffsabwehrwaffen werden zweifelsohne möglich sein.

    Dark Sword

    Seit der Veröffentlichung im Juni 2018 spekulieren Fachleute über das Dark Sword-Projekt. Die meistverbreitete Annahme ist, es handele sich um einen unbemannten Luftüberlegenheitsjäger mit künstlicher Intelligenz. Die Drohne sticht durch die Größe und durch die klare Auslegung auf den Luftkampf hervor. Über das Programm ist gegenwärtig nur wenig bekannt, aber es entspricht ganz deutlich einer neuen Tendenz der militärischen Luftfahrt, schreibt das Portal: Einer Orientierung an Waffensystemen für den unbemannten Luftkampf. Das Projekt befindet sich im allerersten Prototypstadium, weshalb mit dem Erstflug erst nach 2025 zu rechnen ist.

    Kampfjet der 6. Generation

    Auch China arbeitet an einem Luftüberlegenheitsjäger ähnlich dem amerikanischen Air Dominance Fighter oder der russischen MiG-41, schreibt das „Military Watch Magazine“. Detaillierte Informationen: Fehlanzeige. Anzunehmen ist jedoch, dass der Zukunftsjet die J-20 ersetzen wird. Allerdings ist eher fraglich, ob der Prototyp noch vor Ende dieses Jahrzehnts fliegen wird.

    Es könnte sich auch um einen Abfangjäger nächster Generation handeln – befähigt zum Weltraumflug wie die MiG-41, so das Portal. Gemäß dem Standard der 6. Kampfjet-Generation müsste die Maschine mit Hyperschallwaffen und künstlicher Intelligenz ausgerüstet sein sowie mit Triebwerken, die die WS-15-Motoren des Tarnkappenjets J-20 in der Leistung übertreffen.

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    Tags:
    Su-35, F-22 Raptor, Chehgdu J-20, J-20, J-11, F-35, Bomber, Kampfjets, China