03:10 08 August 2020
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    Das neue Kampfschiff „MKS 180“ soll zur „Allzweckwaffe“ der deutschen Marine werden. Den Zuschlag für den Mega-Bau erhielt die Werft Damen Shipyards Group, teilte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Peter Tauber, den Obleuten des Verteidigungsausschusses des Bundestages mit.

    Das Schiff soll unter niederländischer Federführung bei Blohm und Voss in Hamburg gebaut werden. Der Auftrag wurde europaweit ausgeschrieben, auch German Naval Yards in Kiel mit Thyssenkrupp Marine Systems (TkMS) hatten sich als Subunternehmer beworben. An dem Bau werden unter niederländischer Führung jedoch auch deutsche Unternehmen und Lieferanten beteiligt.

    Taubers Schreiben an die Obleute lag der Deutschen Presse-Agentur am Montag vor.

    „Unserem Ziel, die zukünftige Einsatzfähigkeit der Deutschen Marine zu sichern, sind wir damit ein großes Stück näher gekommen“, heißt es darin. Die Entscheidung der Vergabestelle sei noch vorbehaltlich einer möglichen Rüge beziehungsweise einer gerichtlichen Nachprüfung vor der Vergabekammer. Auch der Bundestag muss sich noch mit dem Auftrag befassen.

    „Allzweckwaffe“ für die Marine

    „MKS“ soll der Marine zufolge in der Lage sein, „einerseits überall auf der Welt lange Zeit große Seeräume zu patrouillieren, Embargos zu überwachen und notfalls deutsche Staatsbürger aus Krisensituationen zu evakuieren, andererseits im Nordatlantik oder Mittelmeer sich notfalls im Seegefecht gegen andere Kriegsschiffe seiner Art und U-Boote durchsetzen zu können“. Bisher könne ein einzelner Schiffstyp ein so breites Aufgabenspektrum nicht erfüllen.

    Das Schiff, dessen Länge mit etwa 155 Metern Konstruktionswasserlinie angegeben wird, soll zwei Jahre im Einsatzgebiet bleiben können. Die rund 110-köpfige Besatzung wird dann alle vier Monate rotieren. Das Schiff soll mit Einbaumodulen für unterschiedliche militärische Missionen ausgerüstet werden können – beispielsweise als U-Boot-Jäger oder als schwimmender Stützpunkt für Anti-Piraterie-Missionen.

    Ursprünglich sollte die Auslieferung 2023 beginnen, als Voraussetzung galt aber ein Vertragsabschluss im Jahr 2017. Ob der Lieferzeitplan noch zu halten ist, war zunächst unklar.

    Für die Beschaffung von vier Schiffen sind insgesamt 5,27 Milliarden Euro veranschlagt. Es ist der größte Marineauftrag dieser Art in der Geschichte der Bundeswehr.

    msch/sb/dpa/rtr

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    Tags:
    Werft, Kriegsschiff, Marine, Bundesmarine