12:15 09 Juli 2020
SNA Radio
    Technik
    Zum Kurzlink
    515111
    Abonnieren

    Russlands Bomberprogramm PAK DA geht in die nächste Etappe, berichten russische Medien. Militärexperte Alexej Leonkow kommentiert die Entwicklung des Tarnkappenbombers im Sputnik-Interview.

    Russlands erster strategischer Tarnkappenbomber – Programmbezeichnung PAK DA – soll 2027 in Serie gehen. Dies berichten russische Medien mit Verweis auf Vertragsunterlagen des russischen Verteidigungsministeriums und des Luftfahrtkonzerns Tupolew. Gemäß dem Vertrag sollen zunächst drei flugfähige Exemplare des Bombers gebaut werden. Vorläufige Tests sind für April 2023 angesetzt; im Februar 2026 soll die staatliche Erprobung der Maschine anlaufen.

    Das Kernelement des Bomberprogramms PAK DA ist die Tarnkappenfähigkeit: Der Bomber soll mit dem Radar gar nicht, zumindest aber schwierig zu erfassen sein. Auch macht eine im Vergleich zum Überschallbomber Tu-160 größere Reichweite und Waffenlast den Zukunftsbomber aus. Als Standardbewaffnung sind konventionelle und nukleare Flugkörper vorgesehen, Hyperschallwaffen kommen hinzu – und (zum Selbstschutz) Luft-Luft-Raketen.

    „Als Kernwaffenträger wird die PAK DA zum Bestandteil der atomaren Triade. Sehr wahrscheinlich werden dafür Abstandswaffen genutzt wie die Ch-101 und Ch-102. Damit wird der künftige Bomber nach und nach die heutigen Bombenflugzeuge Tu-95 und Tu-160 ablösen“, erklärt Militärexperte und Fachjournalist Alexej Leonkow im Sputnik-Interview.

    Bei der Tarnkappenfähigkeit des Bombers wäre es korrekt, von einer „Technologie zur reduzierten Radarsignatur“ zu sprechen. „Diese Technologie haben russische Entwickler bei einem anderen Flugzeug schon eingeführt: bei der Su-57“, sagt Leonkow.

    Zur Verringerung der Radarspur des Zukunftsbombers wollen russische Entwickler eine radarabsorbierende Beschichtung und Verbundwerkstoffe nutzen. Auch die Form und Silhouette der PAK DA als Nurflügler trägt zur geringeren Radarsichtbarkeit bei.

    PAK DA steht (übersetzt) für „Künftiges Flugsystem für Ferneinsätze“. Bei Tupolew wird das Programm werksintern als „Erzeugnis 80“ geführt. Die Entwicklung ist 2009 angelaufen.

    Der Zukunftsbomber soll die Hauptstärken der heutigen russischen Bomber kombinieren: Einsätze auf extreme Entfernungen und Fähigkeit zum Überwinden gegnerischer Flugabwehr. Vom Fähigkeitsprofil her ist die künftige Maschine quasi ein Hybrid aus Tu-95, Tu-160 und zum Teil Tu-22M3.

    Die PAK DA soll mehr sein als nur ein strategischer Kernwaffenträger: Aufklärungseinsätze sollen mit diesem Waffensystem genauso möglich sein wie zivile Nutzungen, beispielsweise als kostengünstige Satellitenstartplattform.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    UN-Sicherheitsrat lehnt Russlands Resolutionsentwurf zu Syrien ab
    Läster-Attacke:„Mahlzeit, Frau Bundeskanzlerin“ - Spottrede von EU-Abgeordnetem Sonneborn vor Merkel
    So geht selbstbewusstes Amerika mit Russen um - Nulands feuchter Traum von Bidens Russland-Strategie
    Tags:
    Russland, Tarnkappentechnologie, Überschalljet, Tu-160, PAK DA