18:17 26 Februar 2020
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    Im Winter heizen und im Sommer kühlen – das alles über den See der Stadt. Zürich will mit einem 100 Millionen Franken (ca. 92,8 Mio Euro) teuren Projekt die Stadt revolutionieren. Eine riesige Klimaanlage aus dem See zu machen, sei zwar umweltfreundlich, aber auch teuer. Für die Realisation wird also eine Volkabstimmung nötig sein.

    Im Sommer staut sich die warme Abluft der Klimaanlagen von Büros und Geschäften oft in den Zürcher Straßen. Dieser Faktor macht es neben dem stockenden Verkehr und der allgemeinen Sommerhitze schwer, sich draußen in der Zürcher Innenstadt aufzuhalten. Ein neues Projekt will diesen Umstand jedoch ändern. Betitelt mit dem Namen „Coolcity“ sollen alle Gebäude der Zürcher Innenstadt vom Zürichsee gekühlt oder gewärmt werden. Das Projekt ist aber mit einem hohen Preis von 100-Millionen Franken (etwa 92,8 Millionen Euro) verbunden. Darüber schreibt die Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“.

    Weil in den Tiefen des Zürichsees konstante fünf Grad herrschen, könnte man damit Räumlichkeiten im Sommer kühlen. Andererseits könnte man im Winter mit einem Wärmetauscher gegebenenfalls auch wärmen. Dieses Prinzip wird schon an einigen Gebäuden in unmittelbarer Nähe des Sees angewendet – dazu gehört beispielsweise auch das Bürogebäude der Zürcher Kantonalbank. Im Kanton Zug gibt es ebenfalls eine Örtlichkeit, Baar, die mit diesem Prinzip zurechtkommt.

    Klimaneutraler Weg

    Die meisten betroffenen Wohneigentümer hätten bereits ihr Interesse an diesem Projekt geäußert. Der umweltfreundliche Weg, das Seewasser für Wärmegewinnung oder Abkühlung zu benutzen, scheint für viele attraktiv zu sein.  Laut dem Nachrichtenportal des Mobilfunkanbieters „Swisscom“ sehen 4 von 5 Betroffene dies als ein gutes Angebot an: Statt der Öl- und Gasheizung, eine umweltfreundliche See-Klimaanlage.

    Realisierung von „Coolcity“

    Ein Team von Energiespezialisten sei gerade dabei zu prüfen, ob so ein Projekt möglich sei, schreibt ein Blatt der Gemeinde Zürich, die „Limmattaler Zeitung“. 18 Monate haben die Ingenieure und Energiespezialisten Zeit, um die Realisierung dieses Projekts zu evaluieren. Die tatsächliche Durchsetzbarkeit von „Coolcity“ ist nämlich umstritten. Laut dem „Tages-Anzeiger“ werden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie im März 2020 veröffentlicht.

    Nach jetzigem Plan sollen Zentralen entstehen, über die Wärmeaustausch stattfinden kann. Diese werden voraussichtlich im Untergeschoss von Häusern eingerichtet, denen eine Sanierung bevorsteht. Das soll eine Maßnahme sein, um Verkehr und Anwohner nicht übermäßig zu stören, schreibt die „Limmattaler Zeitung“. Die Inbetriebnahme des Verbundes soll allerdings erst im Jahr 2030 starten, laut den Worten des Projektleiters Reto Burkhart, so der „Tages-Anzeiger“.

    Aufgrund der hohen Kosten des Projektes, müsse die Entscheidung erst vor das Volk gehen. In einer Volkabstimmung sollen die Bewohner Zürichs über die Umsetzung von „Coolcity“ abstimmen dürfen. Die „Limmattaler Zeitung“ sehe ein „Ja“ jedoch als durchaus möglich an: Schon bei früheren Investitionen waren die Zürcher bereit zuzusagen. So stimmten beispielsweise 88 Prozent der Wähler im Sommer 2019 dafür, dem Energieverbund Altstetten-Hottingen 129 Millionen Franken (etwa 120 Millionen Euro) zu geben. 

    lm

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    Tags:
    Schweiz, Projekt, teuer, Umweltfreundlich, Zürich, Klimaanlagen