19:23 25 Januar 2020
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    Boeing und Lockheed Martin wollen schwere Transporthubschrauber an die Bundeswehr liefern. Die beiden US-Konzerne haben vor wenigen Tagen entsprechende Angebote beim zuständigen Bundesamt eingereicht. Die Konzerne würden Deutschland dadurch für 40 Jahre verpflichten. Das Portal „Defense News“ berichtet.

    Es ist ein milliardenschweres Rüstungsvorhaben: Die Bundeswehr sucht Ersatz für den Transporthubschrauber CH-53G. Im Programm „Schwerer Transporthubschrauber – STH“ ist der Kauf von bis zu 60 Maschinen vorgesehen.

    Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hatte im Juni 2019 eine Angebotsaufforderung dazu veröffentlicht. Die US-Konzerne Boeing und Lockheed Martin (Mutterkonzern des Hubschrauberherstellers Sikorsky) haben am 13. Januar bestätigt, Angebote für das STH-Programm eingereicht zu haben, schreibt „Defense News“.

    Boeing bietet seine CH-47 Chinook zum Kauf an. Der Transporthubschrauber ist in vielen Ländern im Einsatz, auch in den Streitkräften der NATO. Sikorsky (Teilkonzern von Lockheed Martin) will mit der CH-53K King Stallion punkten. Schon die zu ersetzenden Hubschrauber CH-53G stammen von diesem Hersteller.

    Das BAAINBw wird die Angebote nun prüfen und Ende dieses Jahres eine weitere und finale Angebotsaufforderung veröffentlichen. Die Auslieferung der Transporthubschrauber an die Truppe soll 2024 beginnen und bis in die 2030er Jahre dauern, schreibt das Portal.

    Wichtiger Punkt: Die Bundeswehr kauft bei den US-Konzernen nicht nur die Hubschrauber. Die Wartung, Instandhaltung und Ausbildung / Training der Piloten kommen noch hinzu. Diese Zusatzleistungen sollen nach einem Konzept bereitgestellt werden, das laut „Defense News“ vom US-Verteidigungsministerium beworben wird. 

    Das Konzept heißt „Performance-Based Logistics“ (Leistungsbasierte Logistik) – kurz: PBL. Ein für Deutschland relativ neuer Ansatz: „Beim STH-Industrietag in 2018 wusste niemand, was PBL ist“, sagte Mike Schmidt, CEO von Rheinmetall Aviation Services (einem Hauptpartner von Sikorsky im STH-Programm), laut dem Portal.

    Die Idee hinter dem Konzept ist, dass der Auftraggeber – die Bundeswehr – bei der Beschaffung Geld spare: Der Auftragnehmer erhält Vorgaben zur Einsatzbereitschaft der Hubschrauber, die laut dem Portal innerhalb eines bestimmten Budgetrahmens zu erfüllen sind. 

    Diese logistischen Aufgaben (dazu zählen Wartung, Instandhaltung, Ausbildung und Dokumentation) wollen die beiden US-Konzerne Boeing und Lockheed Martin an ihre Partner vor Ort übertragen. Damit würde Deutschland für den gesamten Lebenszyklus der Transporthubschrauber vertraglich an die Lieferanten gebunden, schreibt „Defense News“. Es geht um eine Verpflichtung von 40 Jahren.

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    Tags:
    USA, Deutschland, Bundeswehr, Hubschrauber, Transporthubschrauber CH-53, CH-47J Chinook