01:07 28 Februar 2020
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    Ein dreifaches Upgrade für die Su-34: Der Jagdbomber der russischen Luftwaffe erhält neuere Waffen, Steuerung und Sensoren. Sehr wichtig sind dabei drei spezielle Pods.

    Statt des „M“, das in der Bezeichnung modernisierter Flugzeugversionen üblich ist, trägt die verbesserte Su-34 das Kürzel NWO als Namenszusatz – „Nowye Wosmoschnosti“: Neue Möglichkeiten. Die Modernisierung basiert auf den Einsatzerfahrungen russischer Kampfpiloten in Syrien. Ganz entscheidend für die Kampfwertsteigerung der Su-34 sind drei Pods zur Informationsbeschaffung: einer für die Funk-, einer für die optoelektronische und einer für die Radaraufklärung.

    Mittels Funktechnik können Objekte am Boden aus größerer Entfernung zu jeder Tag- und Nachtzeit aufgeklärt werden, auch durch die Wolkendecke hindurch. Der optoelektronische Sensor liefert hochauflösende Aufnahmen. Der Radar-Pod ist eine Kleinausführung jener Technik, die im Signalaufklärer Tu-214R zum Einsatz kommt. Dieses Aufklärungsflugzeug von Tupolew identifiziert Radarstrahlung, Funk- und sogar Handyverbindungen auf Hunderte von Kilometern. Es wurde mehrfach in Syrien eingesetzt.

    Bessere Störsysteme bekommt die Su-34 NWO auch, zur Täuschung und Unterdrückung der gegnerischen Flugabwehr. Damit wird der Jagdbomber nicht nur sich selbst, sondern auch Flugzeuge schützen können, mit denen er im Verbund fliegt.

    Die Su-34 NWO soll schon in diesem Jahr an die russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte geliefert werden. Über die Anzahl der auszuliefernden Maschinen wird noch verhandelt. Der dazugehörige Vertrag mit dem Suchoi-Konzern soll in allernächster Zeit unterzeichnet werden, erklärte ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

    Russland setzt die Su-34 seit den ersten Tagen seiner Mission in Syrien ein. Erst war eine Staffel von vier Jagdbombern nach Syrien verlegt worden. Ende 2017 waren auf den Satellitenbildern der Luftwaffenbasis Hmeimim bis zu 14 Exemplare der Su-34 gleichzeitig zu sehen.

    Genutzt wurden die Maschinen vor allem zur Anwendung hochpräziser Waffen wie der Lenkbombe KAB-500C. Bekämpft wurden damit gut geschützte, aber kompakte Ziele der Terrormilizen: Bunker, besetzte Ölanlagen, bewaffnete Trucks. In fünf Einsatzjahren hat die russische Luftwaffe keine einzige Su-34 in Syrien verloren.

    Das russische Verteidigungsministerium hat seit 2008 über 120 Exemplare der Su-34 erhalten. Insgesamt sollen 150 bis 200 Exemplare dieses Jagdbombers an die russische Luftwaffe geliefert werden.

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    Tags:
    Russland, Su-34