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    Die USA hacken das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Saudi-Arabien das von Amazon-Chef Jeff Bezos? Müssen sich also nur Prominente Sorgen um ihr Smartphone machen? Nein, sagt der IT-Experte Sorin Mustaca im Interview und erklärt, wie man sich schützen kann.

    - Herr Mustaca, dass sich Leute wie Jeff Bezos oder Angela Merkel Sorgen um die Sicherheit ihrer Handykommunikation machen müssen ist logisch, aber muss man sich auch als Privatperson darüber Gedanken machen?

    - „Ich denke schon. Das Geld oder die Vorteile, die man von einer Privatperson bekommt, sind genauso gut, wie die von anderen Quellen.

    Man darf nicht vergessen, dass jeder von uns ein duales Leben hat: als Privatperson und als Geschäftsperson – egal ob als Angestellter oder Selbstständiger. Ein Lebensteil beeinflusst den anderen, das ist immer so. Die Informationen, die jemand über unser Privatleben hat, beeinflussen daher auch das Geschäftsleben.“

    - Immer wieder gibt es Warnungen, zum Beispiel vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), vor vorinstalliertem Schadcode, auch in der Firmware von Android-Smartphone-Modellen, vor allem aus China. Wie groß ist die Gefahr da?

    - „Tatsächlich weiß das niemand eigentlich. Bisher gibt es da mehr Spekulationen als Fakten und Beweise. Ich persönlich habe noch nie einen tatsächlichen Beleg dafür gesehen oder nachgelesen. Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht doch wahr sein könnte.“

    - Was für weitere Risiken drohen dem normalen Handynutzer?

    - „Nochmal, aufgrund der Faktenlage ist das alles nur Spekulation bisher. Wenn wir aber über angeblichen Schadcode aus China reden: Diese Gefahr ist meiner Meinung nach abhängig von der betroffenen Person. Wenn eine Person wichtige und vielleicht geheime Sachen über das private Handy kommuniziert, dann ist die Gefahr da groß. Bei normalen Nutzern, die nichts zu verbergen haben, denke ich, dass die Gefahr nicht relevant ist.“

    - IOS sei sicherer als Android heißt es immer, stimmt das so?

    - „Es ist zwar richtig, dass iOS sehr viel restriktiver im Vergleich mit Android ist, wenn es darum geht, was man machen darf. Und wenn die Sicherheitsleute nichts dürfen, dann dürfen das die Hacker meistens auch nicht.

    Aber die Gefahr auf beiden Betriebssystemen ist meiner Meinung nach gleich. Es gibt immer wieder Anwendungen in den App Stores für beide Plattformen, die private Informationen klauen (wie Spyware und Trojaner), um sie zu verkaufen, oder die Werbung zeigen, wo keine sein sollte, Stichworte: Adware und PUA (Potenziell unerwünschte Anwendung).“

    - Was ist der Zweck hinter der Spionage von privaten Handys?

    - „Informationen zu bekommen, falsche Informationen zu liefern, vor allem geht es immer darum, Geld einfacher zu bekommen.“

    - Wie kann man sich gegen Spyware und Ähnliches auf dem Handy schützen?

    - „Zuallererst sollte man nicht jede mögliche App im Store installieren, egal wie schön sie ist. Man benutzt normalerweise zehn bis 20 Apps regelmäßig. Wenn eine App für eine lange Zeit nicht verwendet wurde, einfach deinstallieren.

    Zweitens sollte man immer ein Antimalware Produkt installiert haben. Es gibt sehr viele auf dem Markt und viele davon sind sogar kostenlos.“

    Der IT-Sicherheitsexperte Sorin Mustaca arbeitet seit 2000 in der IT-Sicherheitsindustrie. Er betreibt den Blog „Sorin Mustaca on Cybersecurity“.

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    Tags:
    Hackerangriff, Smartphones, Handy