07:03 08 April 2020
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    ...Ausgefallenes Fahrgerät, das für den harten Einsatz am Nord- und Südpol entwickelt wurde. Die Vehikel kommen dort weiter, wo bei anderen der Sprit gefriert. Das Portal „Popular Mechanics“ zeigt die Frostfesten unter den Fahrzeugen.

    Sie gingen in die Arktis und Antarktis, wo vor ihnen niemand gewesen war: Abenteurer, Polarforscher und Militärs. Spezialfahrzeuge halfen dabei früher und helfen jetzt. Es sind meist Sonderanfertigungen, aber nicht immer.

    Das Arbeitstierchen: CIC Rover

    Das unbemannte Transportmodul ist eine Kiste von 80 х 60 х 61 cm Größe mit vier Rädern. Angetrieben wird der Kleine von zwei Elektromotoren, die von herkömmlichen Blei-Akkus mit 70 Ah Leistung versorgt werden. Damit schafft es der „Rover“ mit 170 kg Last rund 20 km weit.

    Die Gemeinschaftsentwicklung von dänischen, norwegischen und amerikanischen Polarforschern verrichtet im Norden Grönlands ihren Dienst. Auf kostengünstigen Betrieb sei bei der Entwicklung besonders geachtet worden, sagen die Fahrzeugerfinder. Die Bauteile ließen sich im 3D-Drucker herstellen, die Elektronik sei ohne spezielle Software zu steuern. Mehr als 3000 Dollar müsse man für den „Rover“ nicht ausgeben.

    Schnell und skrupellos: Tschabors M3

    Ein Schneemobil, das mit und für den russischen Speznas entwickelt wurde. Damit der Buggy auf Schnee und Eis gut vorankommt, sind die Hinterräder durch Laufketten, die Vorderräder durch Gleitschienen ersetzt worden. Drei Männer finden Platz im Fahrzeug: Fahrer, Kämpfer und Schütze, der aus einem MG oder einer 30-mm-Granatmaschinenwaffe feuern kann.

    1270 kg wiegt das Gefährt; Spitzentempo: 130 km/h. Weil leicht und kompakt, kann der Buggy mit dem Standardhubschrauber der russischen Armee an die Einsatzstelle geflogen werden.

    Volle Kraft rückwärts: Snow Cruiser

    17 m lang und 34 t schwer, von zwei Dieselgeneratoren auf 50 km/h im Gelände beschleunigt – der Snow Cruiser war wirklich einem Schiff ähnlich. 1939 schufen Forscher vom Illinois Institute of Technology das Ungetüm. Die fünfköpfige Besatzung sollte damit 8000 km weit durch die Antarktis cruisen können.

    Aber das Fahrzeug versagte gleich beim ersten Schneekontakt: Es sank im Tiefschnee ein. Erst nachdem die Besatzung die Vorderräder durch Ersatzreifen erweitert und die Hinterräder mit Schneeketten bezogen hatte, konnte es weitergehen. Und zwar: Im Rückwärtsgang schneller als vorwärts.

    Iglu auf Rädern: KamAZ Arktika

    KamAZ Arktika
    © Sputnik / Pawel Lissizyn
    KamAZ Arktika

    Der dreiachsige Knicklenker hält Eiseskälte von bis zu minus 60 Grad aus – und kommt in jedem verschneiten Gelände weiter: Die Bodenfreiheit beträgt 70 cm, die überbreiten Niederdruckreifen sind extragriffig. Ein V-Diesel beschleunigt den KamAZ auf 50 km/h.

    Das Wohnmodul hinter dem Fahrerhaus hat alles, damit die Fahrzeugcrew drei Tage lang in der Einöde überleben kann: Wasser, Stromerzeuger, Schlafplätze, Toilette, Waschbecken, Dusche, Kühlschrank und sogar Fernseher. Ein Satellitentelefon sorgt für eine gute Verbindung zur Außenwelt.

    Ein Amphibium: Der Burlak

    Vorbild für das dreiachsige Schwimmauto war der Truppentransporter BTR-60. Ein Technikjunkie aus Sibirien hatte einen Toyota Land Cruiser ausgeschlachtet und baute aus den Teilen samt dem 145-PS-starken Diesel mit Automatikgetriebe den Burlak zusammen. Das Gefährt hat auch eine Schiffsschraube und kann damit zwischen Eisschollen manövrieren. Der Alu-Rumpf ist hermetisch abgeriegelt – die Fahrerfüße bleiben trocken.

    Der Allrounder: Arktos Craft

    ​Ein 32-t-Gespann für Such- und Rettungseinsätze: Arktos Development. Der Vorder- und Hinterwagen bieten zusammen Platz für 52 Menschen – oder Raum für 20 t Fracht. Der aus Kevlar gefertigte Rumpf hält Eis und Frost genauso aus wie Feuer. Zwei Diesel mit je 260 PS besorgen über mächtige Laufketten den Antrieb. Im Wasser kommt das Vehikel durch einen Wasserjet voran, Hohlkammern halten das Gefährt oben.

    Antarktis ohne Feinstaub: Venturi Antarctica

    Der erste Sport-Stromer unserer Zeit kommt von Venturi Automobiles. Das erste E-Auto für den Antarktis-Einsatz wohl auch: Ein dreisitziges All-Terrain-Vehicle mit Kettenlaufwerk und reinem Stromantrieb – zwei Motoren mit je 100 kW. Bis minus 50 Grad soll es noch laufen – 45 km weit mit einer Ladung, bei 25 km/h Spitze.

    Sondereinsatz in der Arktis: GAZ-3344

    GAZ-3344
    © Sputnik / Pawel Lwow
    GAZ-3344

    Leitzentrale, Werkstatt, mobile Rettungsstelle – der Hinterwagen des zweiteiligen Kettenfahrzeugs bietet genug Raum für allerlei Einsatzprofile. Im Vorderwagen können fünf Menschen mitfahren.

    Mit seinem 190-PS-Dieselmotor schafft der GAZ Steigungen von bis zu 35 Grad bei seitlicher Neigung von bis zu 25 Grad. Meterbreite Geländeeinschnitte sind kein Problem. Wenn es sein muss, kann das Gefährt auch schwimmen – 6 km/h sind bei Wasserfahrt möglich, immerhin. An Land beschleunigt das Gespann auf bis zu 60 km/h.

    Frostfest und luftgekühlt: VW Käfer

    Volkswagen Käfer
    © Sputnik /
    Volkswagen Käfer

    Es müssen nicht immer Gleitschienen und Riesenreifen sein, wenn es an den Südpol geht. Australische Forscher hatten kein Problem damit, den luftgekühlten VW in die Antarktis mitzunehmen. Die Wolfsburger hatten das Auto kostenfrei zur Verfügung gestellt, samt einem üppigen Vorrat an Ersatzteilen.

    Auf den harten Einsatz wurde der VW nicht anders vorbereitet als die herkömmlichen Käfer für den skandinavischen Markt: Zusatzdämmung und eine Extra-Batterie – das  war´s. Ein ganzes Jahr lang verbrachte das „Sondermodell“ Antarctica 1 am Südpol, ohne nennenswerte Störungen.

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