00:36 28 Oktober 2020
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    Wie kann die US-Marine von derzeit 290 Kampfschiffen auf 355 in zehn Jahren wachsen? Amerikas Verteidigungsminister Mark Esper hat einen Vorschlag. Das Portal „The National Interest“ (NI) analysiert.

    Die Navy zu vergrößern sei ihm eine Pflicht: Er sei dieser Aufgabe „fully commited“, erklärte Mark Esper vor Fachjournalisten laut dem Portal. Als Schlüssel für die Flottenvergrößerung nannte der Verteidigungsminister „leicht bemannte“ Kampfschiffe – solche, die im Vergleich zu heutigen Korvetten, Fregatten und Zerstörern mit weniger bis gar keiner Besatzung auskämen.

    „Man kann sie so bauen, dass sie optional bemannt sind, und dann können sie, je nach Einsatzlage oder Technologie, unbemannt fahren. Das würde es uns ermöglichen, die Zahl der Schiffe schnell hochzufahren. Ich glaube, wir könnten bis 2030 auf 355 kommen, wenn nicht auf noch mehr“, so der Minister laut dem Portal.

    Die amerikanische Marine wartet seit langem auf die Verstärkung ihrer Schlagkraft, schreibt „The National Interest“. Die Navy müsse ja Schritt halten mit der wachsenden Flotte der Chinesen. Zu Zeiten Barack Obamas war erst die Zielvorgabe von 308 Kampfschiffen ausgegeben worden, aber 2016 setzte Obamas Verteidigungsminister Ray Mabus eine neue Zielmarke: 355 Einheiten.

    Die Trump-Regierung hält an dieser Vorgabe fest, doch ein Experte aus dem Kongress sagte laut dem Portal, „es wäre unmöglich“ die Navy durch den Zukauf neuer Schiffe schnell zu vergrößern. Für den Bau und Betrieb neuer Kampfschiffe würden jährlich 23 Milliarden Dollar benötigt, aber das Jahresbudget der US-Marine für die Produktion neuer Einheiten enthalte nur 15 Milliarden.

    Um auf 355 Schiffe zu kommen, müsste die Trump-Regierung den Bau von 15 Schiffen pro Jahr einplanen, schreibt „NI“: sechs Einheiten für den Ersatz jener Schiffe, die planmäßig auszumustern sind, plus weitere neun Einheiten für die eigentliche Flottenvergrößerung. Diesen Ausgaben müsste dann noch der Kongress zustimmen.

    Die Navy hat allerdings die Bereitschaft signalisiert, die Flottenvergrößerung (vorerst) aufzugeben. In einem Memo an das Weiße Haus vom vergangenen Dezember schreiben die Verantwortlichen laut „NI“ das, wovor Fachleute ohnehin schon längst gewarnt haben: Der 350-Schiffe-Plan werde weitaus mehr kosten, als vom Kongress realistischerweise zu erwarten sei.

    Daher der Vorschlag: Die Navy könne den Bau von Zerstörern der Arleigh-Burke-Klasse im Zeitraum 2021-2025 von 13 auf neun Einheiten drosseln. Zehn Milliarden Dollar würden dadurch eingespart. Allerdings steht für denselben Zeitraum eine Großausmusterung bei der Navy an: 13 von 22 Kreuzern der Ticonderoga-Klasse sind dafür vorgesehen.

    Die Drosselung beim Bau neuer und die Ausmusterung alter Schiffe würde die langsame Flottenvergrößerung, die zu Obamas Zeiten eingesetzt hat, wieder rückgängig machen, schreibt „The National Interest“. Von den gegenwärtig 290 Kampfschiffen käme die Navy bis 2025 auf 287 Einheiten.

    Jetzt schlägt Verteidigungsminister Esper seinen Plan vor. Einen Plan, der sich laut dem Portal mit zahlreichen Expertenvorschlägen der letzten Monate deckt: Die Navy solle den Bau von Zerstörern bremsen und die daraus resultierenden Einsparungen in die Entwicklung optional-bemannter Korvetten stecken.

    Fachleute nennen so ein Schiff „DDC“: eine Korvette mit kleiner Crew an Bord, die aber auch autonom fahren kann. Im Konfliktfall könne die Besatzung das Schiff verlassen, so das Konzept, damit es in schwerumkämpften Gebieten autonom operieren könne. Noch aber rate man an, so die Experten, die Crew auch im Konfliktfall an Bord zu belassen: Sensible Systeme und Waffen bräuchten Schutz.

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    Tags:
    US-Navy, Mark Esper