01:23 28 Februar 2020
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    Im Cockpit der „Osprey“ schrillt der Alarm: Das Kipprotorflugzeug von Bell und Boeing funktioniert bei frostigen Temperaturen nicht. Diese Erfahrung haben die Marineinfanteristen aus den USA neulich bei einer Übung in Japan machen müssen.

    Es war kein guter Start für die amerikanische „Osprey“. Die USA und Japan haben zum zweiten Mal das Kampfmanöver „Northern Viper“ durchgeführt – erstmalig im Winter. Erstmalig auch waren Kipprotorflugzeuge aus den USA bei der Übung dabei, zumindest formal. Denn a) kamen sie verspätet zum Manöver und b) konnten sie keine Aufgaben übernehmen.

    Dabei war das Manöver auf Bitten der Amerikaner sogar schon verlegt worden, ins Innere der Insel Hokkaido, weiter weg von der Pazifikküste: Im Winter herrsche dort häufig Nebel, dies könne die Truppenübung stören, so die Begründung der US-Armee.

    Nach Ablaufplan des Manövers sollte am 27. Januar eine „Osprey“-Rotte auf dem Fliegerhorst Chitose landen. Die kommunale Verwaltung hatte die einheimische Bevölkerung darüber benachrichtigt. Aber die Kipprotoren kamen nicht. Japanische Medien berichten, die lokalen Behörden hätten dann über mehrere Tage immer wieder erklärt, die Ankunft der Sonderflugzeuge verschiebe sich.

    Am 4. Februar flogen die Kipprotorflugzeuge schließlich ein. Aber auch da lief offensichtlich nicht alles nach Plan, denn statt der angekündigten Maschine mit der Bordnummer ET01 kam eine ET03. Die „01“ musste nach einer Zwischenlandung zur Heimbasis zurückkehren.

    Gemäß Übungslage war vorgesehen, dass die „Ospreys“ am Hauptteil des Manövers mitwirken, als Kampfzonentransporter zum Einsatz von Spezialeinheiten. Stattdessen hoben die Kipprotorflugzeuge nur kurz ab, für zehn bis maximal fünfzehn Minuten – ohne sichtliche Aufgaben zu erfüllen.

    Der Grund für diesen bescheidenen Beitrag zum gemeinsamen Manöver war bald gefunden. Die Piloten folgten einer Anweisung aus dem Handbuch der „Osprey“: Bei niedrigen Temperaturen, heißt es dort, ertönt ein Signal „als Warnung vor drohendem Auftriebsverlust“. Der Pilot habe unverzüglich zu landen.

    Am Tag der geplanten Übungsmission in Chitose waren es minus 15 Grad. Am Tag darauf wurde es noch kälter.

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    V-22 Osprey