13:25 31 März 2020
SNA Radio
    Technik
    Zum Kurzlink
    2611012
    Abonnieren

    Eine Rennpappe war er nicht, eher ein Schwimmblech: Der Mini-Offroader aus Luzk. Diese Stadt in der Ukraine war einmal Sitz einer Fahrzeugfabrik, die die ganze Sowjetunion mit Allradautos belieferte, die wirklich nur aus Motor, Rädern und Blech bestanden. Sie fuhren überall (wenn auch nicht immer) – sogar auf Gewässern.

    Ein noch hässlicheres Auto baute die Sowjetunion in ihrer ganzen Geschichte nicht. Aber, wie gesagt, es fuhr überall, und war für die damaligen Verhältnisse verlässlich: Die Chancen, dass es anspringt, standen zwei zu drei. LuAZ – eine Abkürzung für: Luzki Awtomobilnyj Zawod (Fahrzeugwerk Luzk).

    Auf den folgenden Bildern sieht man, was passiert, wenn ein Ausbesserungsbetrieb sich als Autobauer versucht. Aber liebenswert war er doch, der LuAZ.

    In den 1950er Jahren war das Werk im ukrainischen Luzk nur eine Werkstatt für Lastwagen und landwirtschaftliches Gerät. Aber dann hatte das Verteidigungsministerium der Sowjetunion einen Spezialtransporter für die Luftlandetruppen in Auftrag gegeben.

    LuAZ-967 von 1961. Ein „Vorderlinientransporter“, sprich: motorisiertes Fuhrwerk, luftverlegbar, ausgelegt für einen Fahrer und zwei liegende oder sechs sitzende Verwundete. Das Fahrgerät war ein Amphibium, im Wasser durch die Bewegung der Räder angetrieben. Der Fahrer konnte das Fahrzeug liegend steuern – für den Fall, dass am Einsatzort scharf geschossen wird. Das Serienfahrzeug hatte einen 27-PS-starken V-Motor mit vier Zylindern und 0,9 Liter Hubraum.

    Vorserienprototyp LuAZ-967. Die serienmäßige Ausführung wurde 1969 an die sowjetischen Luftlandetruppen ausgeliefert. Der LuAZ wurde auch in die Ostblockländer exportiert: Die DDR erhielt rund 250 Stück.

    LuAZ-969
    © Sputnik / W. Kniasew
    LuAZ-969

    Der „Vorderlinientransporter“ diente wenig später als Plattform für den LuAZ-969. Ein Militärfahrzeug, angepasst an die Bedürfnisse der Landwirtschaft und der ländlichen Bevölkerung: Fertig ist der Zivil-LuAZ.

    LuAZ-969
    © Sputnik / W. Wesselowski
    LuAZ-969

    1969, LuAZ-969 (damals noch LuMZ-969). Prototyp des zivilen Geländewagens. Nicht mehr schwimmfähig, mit Sitzen für alle Insassen und einem Stoffdach. Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h. Treibstoffverbrauch auf 100 Kilometer: 10 Liter bei 60km/h.

    LuAZ-1901 „Geolog“
    LuAZ-1901 „Geolog“

    1998, LuAZ-1901 „Geolog“. Mit diesem Amphibium versuchte LuAZ Ende der schwierigen Neunzigerjahre neue Marktnischen zu erschließen. Acht Stück wurden gebaut.

    1999, LuAZ-1302-05 „Foros“. Ein Strand-Buggy für den Export mit Lombardini-Motor. Das schmucke Stück blieb ein Einzelexemplar.

    1997, LuAZ-13021−08. Ein Krankenwagen für den Sanitätsdienst auf dem Land. Auch nur ein Prototyp.

    1979, LuAZ-2403 „Aeroflot“. Flugplatzschlepper für Gepäckwagen und leichte Flugzeuge. Wurde in Kleinserien bis 1992 gebaut.

    1984 entstand in Luzk ein neuer LuAZ, mit der Plattform des LuAZ-969, aber einer völlig neu designten Karosserie aus Plastik. Doch in der aufkommenden Marktwirtschaft war auch dieses Modell nur ein Versuch, nicht mehr.

    ​1988, LuAZ „Proto“. Der schnittige Geländewagen hätte ein Nachfolger für den LuAZ-969 werden können.

    Bis 2000 hält sich LuAZ mit Auftragsarbeiten über Wasser, baut russische Ladas und UAZ für den ukrainischen Markt. 2006 wird das Werk vom ukrainischen Bogdan-Konzern übernommen: Die Autoproduktion wird eingestellt, stattdessen beginnt eine Bus-Montage. Ende 2014 kommt auch diese zum Erliegen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Sehr großes Flugzeug“: USA erhalten medizinische Hilfe aus Russland – Trump
    Vom Experten zum Buhmann: „Transparency“ feuert Lungenarzt Wodarg wegen Corona-Thesen
    Planlos, haltlos, gefährdend: Wie sich die AfD in Corona-Zeiten disqualifiziert
    Tags:
    Autos, Luzk, Ukraine