18:41 08 April 2020
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    Es waren die ersten U-Boote, welche die Sowjetunion als echte nukleare Abschreckung auf See einsetzen konnte: Projekt 667B, gebaut zwischen 1972 und 1992. Einige dieser 10.000-Tonnen-Riesen sind bis heute noch im Einsatz.

    Wie dringend die UdSSR auch auf See eine starke atomare Abschreckung im Kalten Krieg brauchte, war der Sowjetführung schmerzlich bewusst. Amerika war allein schon durch die Zahl der nuklearen Trägersysteme zu einem Enthauptungsschlag gegen die Sowjetunion fähig. Durch diese Übermacht waren die USA damals auch zur nuklearen Erpressung imstande, schreibt das Portal „The National Interest“ (NI).

    Die strategische Position der UdSSR im Kalten Krieg war aufgrund der geografischen Lage des Landes ohnehin schwierig. Die Vereinigten Staaten konnten ihre mit ballistischen Raketen bewaffneten U-Boote von zahlreichen Häfen aus in die Weltmeere entsenden. Die Sowjets aber mussten, um in die Ozeane zu gelangen, mehrere Engpässe passieren, wo die Gefahr, von der Nato entdeckt und verfolgt zu werden, besonders groß war. Die sowjetischen U-Boote der Yankee-Klasse (Projekt 667A) waren dazu noch im Vergleich zu den amerikanischen Subs ziemlich laut.

    Neue Konstruktion

    Die nächste U-Boot-Klasse musste leiser sein, schwerer entdeckbar, schlagkräftiger. Ab 1972 baute die Sowjetunion U-Boote des Projekts 667B. Bis 1992 wurden 43 Einheiten in vier verschiedenen Ausführungen in Dienst gestellt. Die Nato nannte sie Deltas (Delta I-IV).

    Das Kernstück dieser Abschreckungsstrategie war eine neue ballistische Rakete: die R-29. Der Flugkörper mit Flüssigkeitsantrieb hatte eine Reichweite von mehr als 8000 Kilometern und einen Streukreisradius von circa 500 Metern, schreibt „NI“. Die ersten R-29 waren mit Gefechtsköpfen von 500 Kilotonnen Sprengkraft beladen, spätere Versionen trugen einen Sprengkopf von 100 Kilotonnen Sprengkraft.

    Neue Strategie

    Somit hätten die Deltas im Kriegsfall relativ nah am sowjetischen Gebiet interkontinentale Raketen abfeuern können, ohne durch die gefährlichen Engpässe fahren zu müssen. In Friedenszeiten aber taten die U-Boote das, was sie am besten konnten: in Meerestiefen auf der Lauer liegen und auf den Befehl zur nuklearen Apokalypse warten, schreibt das amerikanische Portal.

    Doch die Gefahr, dass das US-Militär die Deltas sowohl vom Wasser als auch von der Luft aus aufspüren und angreifen kann, bestand weiterhin. Die Bedrohungslage veranlasste die Sowjetführung eine andere Marinestrategie aufzulegen. Man konzentrierte sich darauf, bestimmte Einsatzgebiete der strategischen Deltas durch Jagd-U-Boote, Kampfschiffe und festlandbasierte Kampfflugzeuge zu sichern.

    „Wir haben keine genaue Vorstellung davon, wie die Sowjets auf einen unmittelbaren, konventionellen Angriff gegen ihre Abschreckungsflotte reagiert hätten, aber wir haben wenig Anlass zu der Annahme, dass dies für die Nato gut gewesen wäre“, schreibt „NI“.

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    Tags:
    Arktis, UdSSR, Sowjetunion, Atom-U-Boot