11:23 29 November 2020
SNA Radio
    Technik
    Zum Kurzlink
    812312
    Abonnieren

    Ein Verteiler-Lkw, vollelektrisch, autonom – das ist die Neuentwicklung des russischen Nutzfahrzeugherstellers KAMAZ. Der Lastwagenbauer hat das Transportvehikel soeben patentieren lassen.

    Ein Kofferaufbau, zwei Achsen, vier Räder, kein Fahrerhaus. Das ist der KAMAZ-3373 – Zusatzbezeichnung „Tschelnok“: Pendler oder eben Shuttle. Man habe das Nutzfahrzeug patentieren lassen, teilt der russische KAMAZ-Konzern am Dienstag, 18. Februar, auf seiner Website mit.

    Der Lastwagen fährt fahrerlos. An der Fahrzeugfront und am Heck sind Systeme für Maschinelles Sehen installiert, die die Orientierung ermöglichen sollen. Dabei hat der Lkw eigentlich weder eine Front noch ein Heck: Um die Fahrtrichtung zu ändern, muss dieser Lastwagen nicht wenden. Scheinwerfer und Bremslichter sind jeweils an den beiden Fahrzeugenden vorhanden.

    ​Angetrieben wird der „Tschelnok“ durch einen reinelektrischen Motor. Die Batterie ist unterhalb des Aufbaus, mittig am Fahrgestell untergebracht. Das sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und eine insgesamt günstigere Gewichtsverteilung.

    Alle vier Räder des Fahrzeugs sind zur besseren Wendigkeit im Innenstadtverkehr lenkbar. Auch der Kofferaufbau ist auf den Verteiler-Einsatz in engen Straßen abgestimmt: Das Fahrzeug lässt sich von allen Seiten be- und entladen.

    Die Eckdaten:

    • 8000 mm Länge;
    • 2550 mm Breite;
    • 4000 mm Höhe;
    • Die Nutzlast beträgt zehn Tonnen;
    • Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 40 km/h begrenzt.

    Der „Tschelnok“ ist inzwischen der sechste autonom fahrende Lastwagen von KAMAZ, jedoch der erste Lastwagen des russischen Konzerns ohne Fahrerhaus. Ein Prototyp sei bereits gebaut worden, teilt KAMAZ mit. Jetzt arbeite man an der Systemeinstellung.

    Unterdessen berichten mehrere Medien, ein autonomer Lastwagen von KAMAZ werde auf Praxistests in der russischen Hauptstadt vorbereitet. Die Information stamme vom russischen Industrie- und Handelsministerium sowie vom Navigationssystembetreiber GLONASS. Der Lkw-Hersteller hat den baldigen Beginn der Erprobung in Moskau dem Vernehmen nach bestätigt.

    In Russland müssen alle fahrerlosen Fahrzeuge für Tests auf öffentlichen Straßen eigens zugelassen sein. Das staatliche Forschungsinstitut für Fahrzeugwesen – NAMI – nimmt die entsprechende Zertifizierung vor. Medienberichten zufolge soll gegenwärtig ein speziell ausgerüsteter KAMAZ-Lkw auf einem Testgelände des NAMI einer „umfassenden Evaluation“ unterzogen werden.

    Der Betrieb autonomer Fahrzeuge ist in Russland vorübergehend erlaubt – allerdings nur in Moskau und in der Teilrepublik Tatarstan (KAMAZ hat dort seinen Stammsitz). Eine Voraussetzung dafür ist, dass ein Fahrer sich im Fahrzeug befindet und jederzeit die Steuerung übernehmen kann.

    Der russische IT-Konzern Yandex nutzt diese Ausnahmeregelung für die praxisnahe Erprobung von autonomen Autos. 2019 waren in Moskau 100 Yandex-Pkw im Testeinsatz.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Europa als „Gaskammer von Soros”: Ungarischer Museumsleiter nennt Polen und Ungarn „die neuen Juden”
    MDR rätselt über „russischen Osten“ - Ostdeutscher kommentiert: „Das Sagen haben leider die ...“
    Mord an iranischem Atomphysiker: US-Geheimdienst hält Israel für schuldig — NYT
    Tags:
    Drohne, E-Auto, Kamaz