12:48 06 April 2020
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    Bei extremen Einsätzen in den Meerestiefen passiert es, dass ein U-Boot Teile seiner Rumpfverkleidung verliert. Nur: Die Navy weiß von dem Problem schon lange, seit 2006 – und kriegt es offenbar immer noch nicht in Griff. Das Portal „The National Interest“ (NI) berichtet.

    Die USS Colorado fährt ein in den Hafen von Groton, Connecticut. Das Jagd-U-Boot hat einen sechsmonatigen Einsatz auf See hinter sich. Die Navy hat vor wenigen Tagen das Foto von der Rückkehr veröffentlicht, schreibt das Portal. Was darauf auch zu sehen ist, sind größere Schäden an der Rumpfverkleidung: Lücken, wie ausgerissen.

    USS Colarado, fotografiert am 20. Februar 2020
    USS Colarado, fotografiert am 20. Februar 2020

    Es war der erste längere Einsatz der USS Colorado (das 15. Boot der Virginia-Klasse bei der amerikanischen Marine) seit der Diensteinführung im März 2018. Die Mission hatte es in sich, das muss man sagen: Das Boot habe „annähernd 39.000 nautische Meilen“ zurückgelegt, erklärt die Navy. Dabei sei die USS Colorado zu Freundschaftsbesuchen in Norwegen und Schottland gewesen und habe sogar den Polarkreis überquert – ein „Meilenstein“, so die US-Marine laut dem Portal.

    Solch eine lange Reise wäre für jedes Stück Ausrüstung ein echter Stresstest – erst recht für die sensible echofreie Beschichtung der USS Colorado. Diese Rumpfverkleidung absorbiert Schallwellen des gegnerischen Sonars und dient somit als Tarnkappe.

    Die Beschichtung müsse härtesten Einsätzen in sehr anspruchsvollen Umgebungen standhalten, erklärt ein Experte laut dem Portal. „Der Rumpf dieses U-Boots ist zwar aus superstarkem Stahl gemacht, aber er verändert sich, wenn das Boot taucht. Dann wird die Beschichtung Temperaturunterschieden ausgesetzt.“

    Soweit, so stimmig. Aber das Problem ist doch wohl, dass die Navy es über die Jahre nicht geschafft hat, die Festigkeit der Beschichtung zu verbessern, schreibt „NI“. Seit 2006 zeigen offizielle Fotos immer wieder, wie U-Boote der Virginia-Klasse mit deutlich klaffenden Lücken in der Rumpfverkleidung in Häfen ein- und ausfahren.

    Dass U-Boote Teile ihrer echofreien Beschichtung verlieren, ist ein Problem, mit dem jede Seestreitkraft umgehen muss. Auch britische und russische U-Boote erscheinen schonmal mit lückenhafter Rumpfverkleidung auf Fotos, schreibt „NI“.

    Aber es geht ja seit länger als einem Jahrzehnt so, dass die Tarnkappe der Virginia-Boote bei Einsätzen stückweise abfällt. Der Hersteller - Huntington Ingalls Industries – versprach, den Fehler zu beheben. Die Rumpfverkleidung der Virginia-Klasse sei eh „günstiger und belastbarer“ als andere Beschichtungen, versichert der Schiffsbauer.

    Genug Zeit für die Mängelbeseitigung hatten die Navy und die Huntington Ingalls Industries definitiv: „Wenn das Problem 2006 oder 2007 entdeckt worden ist, dann ist mehr als ein Jahrzehnt vergangen. Die USA haben Milliarden mit der Virginia-Klasse versenkt und es wird höchste Zeit, dass diese U-Boote endlich die Leistungsanforderungen erfüllen“, fordert ein Experte laut „NI“.

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    Tags:
    Virginia-Klasse, U-Boot, Atom-U-Boot, US-Navy