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    Bei Kämpfen auf See sind Flugzeugträger entscheidend. Auch für die russische Marine sind die schwimmenden Flugplätze wichtig: man setzt auf bewährte Flugzeugtypen und neuentwickelte Kampfhubschrauber.

    Der Jagdbomber Jak-38 war gleich in doppelter Hinsicht Erster. Benötigt wurde ein „Schturmowik“ für den Einsatz auf den Flugzeugträgern vom Typ 1143 (Kiew-Klasse). Herauskam in den 1970ern das erste serienmäßige Trägerflugzeug und der erste Senkrechtstarter der Sowjets.

    Kennzeichnend war der Antrieb dieses „Stürmers“: Ein Hub- und Schubtriebwerk, kombiniert mit zwei Hilfsturbinen für den Start. Damit konnte die Jak-38 selbst im stärksten Sturm sicher auf dem Träger landen.

    Für die Waffen hatte der Jagdbomber vier Außenstationen unter den Flügeln, ausgelegt für je 500 Kilogramm Waffenlast. Eigens für die Jak wurde eine abnehmbare 23-mm-Maschinenkanone entwickelt, die bis zu 3400 Schuss in der Minute abgab.

    Trotzdem war die Jak-38 schwach. Der Einsatzradius betrug gerademal 195 Kilometer. Ein Bordradar fehlte, weshalb Luft- und Bodenziele nur aus relativer Nähe wirksam zu bekämpfen waren. Und: Die Maschine war vor allem für ihre Piloten gefährlich. Von den 231 gebauten Exemplaren verunglückten an die 50.

    Lessons learned: Jak-141

    Jak-141 während der internationalen Luftfahrtmesse MAKS 1995 (Archivbild)
    © Sputnik / Sergej Subbotin
    Jak-141 während der internationalen Luftfahrtmesse MAKS 1995 (Archivbild)

    1987 hob die Jakowlew Jak-141 zum Erstflug ab. Das Konzept blieb das alte: Ein Senkrechtstarter mit einem Haupt- und zwei Hilfstriebwerken. Doch beim Einsatzwert war der Jagdbomber seinem schwachen Vorgänger meilenweit voraus.

    900 Kilometer Einsatzradius, 1800 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit, ein Bordradar (endlich), eine 30-mm-Bordkanone und fünf Aufhängungen für Waffen aller Art: Die Jak-141 war eigentlich das, was die russische Marine ursprünglich verlangt hatte – ein Allrounder für das moderne Gefecht. Schiffsverbände gegen Luftangriffe zu schützen, die Lufthoheit im Einsatzgebiet zu halten, See- und Bodenziele zu bekämpfen, wäre mit dem Kampfjet möglich gewesen, hätte er die Serienreife erreicht.

    Ende 1991 wurde die Finanzierung des Projekts jedoch eingestellt, Jakowlew suchte im Ausland nach Käufern für die Entwicklung. Und fand Lockheed Martin. Der US-Konzern übernahm die Filetstücke aus der technischen Dokumentation der Jak-141. Die heutige F-35 (die trägergestützte Variante F-35B) ist dem russischen Flugzeug ziemlich ähnlich. Zumindest stamme das Antriebskonzept der F-35 von den Russen, sagen etliche Fachleute.

    Der Schanzen-Starter

    Heute ist die Suchoi Su-33 (auf dem Titelbild - Anm. d. Red.) das Standardflugzeug auf dem russischen Flugzeugträger. Der Kampfjet ist ein Abkömmling der Su-27 mit vielen Konstruktionslösungen, die für den bordgestützten Einsatz vorgesehen sind: Verstärktes Fahrwerk und klappbare Tragflächen, Canards an der Nase, korrosionsbeständige Rumpfteile …

    18 dieser Kampfjets hat die russische Marine gegenwärtig. Im November 2016 flogen die Maschinen von Bord der „Admiral Kusnezow“ aus Einsätze gegen Terroristen in den syrischen Provinzen Idlib und Homs. Es kam auch zum Verlust: Bei der Landung einer Su-33 auf dem Trägerdeck riss das Fangseil, das Flugzeug stürzte ins Meer, der Pilot konnte sich aber noch rechtzeitig mit dem Schleudersitz retten.

    Die Su-33 ist übrigens das größte Trägerflugzeug der Welt, bestimmt für lange Patrouillen und zum Abfangen von Luftzielen in großer Entfernung vom Flugzeugträger. Vollbetankt und vollbeladen (Luft-Luft-Raketen können an 12 Außenstationen mitgeführt werden) hat die Maschine einen Einsatzradius von bis zu 1500 Kilometern. Bei einer Modernisierung haben die Kampfjets neue Sensorik und Elektronik erhalten, darunter ein Ziel- und Navigationssystem für hochpräzise Bombenabwürfe.

    Kein Kampfjet, aber bissig

    Bordhubschrauber Ka-52K (Archivbild)
    © Sputnik / Andrey Lusik
    Bordhubschrauber Ka-52K (Archivbild)

    Hubschrauber der russischen Marine erkennt man am gegenläufigen Doppelrotor sofort. Der Ka-52K „Kataran“ ist einer dieser markanten Helikopter. Entwickelt für die Hubschrauberträger „Mistral“, hob die Kampfmaschine am 7. März 2015 zum Erstflug ab. Das Verteidigungsministeriums hatte im Frühjahr 2014 drei Dutzend dieser Hubschrauber bestellt. Dann aber verweigerte Frankreich unter dem Druck der Nato die Auslieferung der Hubschrauberträger (die beiden „Mistral“ gingen schließlich an Ägypten).

    Vom Ka-52 „Alligator“ der russischen Heeresflieger unterscheidet sich der „Kataran“ vor allem durch faltbare Rotorblätter und Waffenflügel. Damit spart der Hubschrauber Platz auf dem Trägerdeck und im Rumpf eines Transportflugzeugs bei der Luftverladung. Außerdem verfügt der Kampfhubschrauber über ein zusätzlich verstärktes Fahrwerk, das selbst bei Notlandungen nicht zu brechen ist. Das bringt mehr Sicherheit für die Crew.

    Als Bewaffnung sind für den „Kataran“ die neuesten russischen Panzerabwehrraketen „Germes-A“ vorgesehen. Mit 20 Kilometer Reichweite treffen sie aus deutlich größerer Distanz als die Lenkwaffen „Wichr“ (10 km) und „Ataka“ (6 km), mit denen russische Kampfhubschrauber derzeit bewaffnet sind. Damit kann der „Kataran“ auf Ziele wirken, ohne in den Wirkungsbereich der gegnerischen Flugabwehr hineinzufliegen.

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    Tags:
    Sowjetunion, Russland, Flugzeugträger, Su-33, Ka-52