02:25 26 September 2020
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    Wegen der Sanktionen liefern die USA keine Verbundwerkstoffe mehr nach Russland. Der russische UAC-Konzern benötigt sie jedoch für den Bau des Airliners MS-21. Ein russisches Chemieunternehmen produziert nun Ersatz: Werkstoffe, aus denen die Tragflächen der ersten serienmäßigen MS-21 bestehen werden.

    Die erste Serien-MS-21 entsteht gerade in Irkutsk, im gleichnamigen Flugzeugwerk des russischen UAC-Konzerns. Die Flügel der serienmäßigen Maschine werden aus Verbundwerkstoffen der Unternehmensgruppe Unichimtek hergestellt, schreibt das Fachportal „Aviation 21“. Der nahe Moskau angesiedelte Mittelständler ist führend bei der Entwicklung und Produktion feuerfester Materialien.

    „Die Werktests der Verbundstoffe haben wir schon hinter uns“, erklärt der Generaldirektor der Firma, Viktor Awdejew, laut dem Portal. „Die Fertigung serienmäßiger MS-21 hat ja bereits begonnen. Diese Flugzeuge werden mit Tragflächen ausgestattet, die aus Verbundstoffen unseres Unternehmens hergestellt werden. Aber noch muss die komplette Testreihe gemäß den Branchenstandards abgeschlossen werden.“

    Die Materialien von Unichimtek ersetzen Werkstoffe des US-Konzerns Cytec Industries, der die russische Luftfahrtholding UAC aufgrund der Anti-Russland-Sanktionen nicht beliefern darf. Frühere Versuche, die amerikanischen Verbundstoffe durch Materialien aus russischer Fertigung zu ersetzen, brachten nicht das erwünschte Ergebnis: Die Festigkeit der russischen Kohlefaser war im Durchschnitt um 15 Prozent geringer als erforderlich. Aber:

    „Unser Unternehmen hat diesen Nachteil durch die Anwendung neuer Ergebnisse aus der Materialforschung komplett ausgeglichen“, sagte Awdejew laut dem Portal.

    Man gehe davon aus, dass die aus russischen Verbundstoffen hergestellten Tragflächen „garantiert nicht schlechter, sondern bei entscheidenden Parametern sogar besser“ sein werden. „Die abschließenden Tests werden das belegen.“

    Das A und O beim russischen Verkehrsjet MS-21 ist die Sicherheit. Dafür, das Passagierflugzeug so sicher und zuverlässig wie menschenmöglich zu entwickeln, ist beim UAC-Konzern Alexander Machotkin zuständig. Er ist Vize-Chefentwickler bei der Luftfahrtholding. Als Ingenieur hatte Machotkin schon zu Sowjetzeiten an Passagierflugzeugen mitgearbeitet – an der Jak-42 zum Beispiel.

    Er sagt: „Bei der Flugsicherheit kommt es auf Automatisierung an, aber der Mensch behält die Kontrolle.“ Der Computer dürfe nicht dazu führen, dass Piloten fehlerhaft handelten. „Viele Abläufe im Flugzeug werden von spezieller Datensoftware permanent überwacht und ausgewertet. Aus den Daten entstehen Steuerungsbefehle. Aber dabei muss ein wichtiges Prinzip gewahrt bleiben: Der Pilot muss Probleme am Verhalten des Flugzeugs erkennen und sofort eingreifen können. Alles andere kann Fehlverhalten des Piloten provozieren.“

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    Tags:
    UAC, Russland, Ms-21