01:14 03 April 2020
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    In einem Haufen Schrott aus der UdSSR entdeckten US-Geheimdienstler in den 1970er Jahren ein Titanstück mit der Nummer 705. So erfuhren die Amerikaner, dass die Alpha-Klasse existiert: das sowjetische U-Boot-Projekt 705. Klingt wie eine hübsche Legende, aber nachfolgend gibt es nur harte Fakten. Das Portal „Popular Mechanics“ (PM) berichtet.

    Wenn Computer U-Boote wären, dann wären sie Alpha-Klasse. Das kompakte U-Boot aus der UdSSR mit einem Minimum an Mannschaft und einem Maximum an Automatisierung war so etwas wie ein „Kampfjet unter Wasser“. Jedes beliebige Ziel sollte es einholen und bekämpfen können. Den Entwicklern dieses Hightech-Boots war es per Parteidekret erlaubt, alle gängigen Konventionen des Schiffsbaus auf den Kopf zu stellen – gefordert war eine Disruption.

    Die phänomenalen 40 Knoten Höchstgeschwindigkeit wurden durch die Kombination von minimalem Eigengewicht und maximaler Antriebsleistung erreicht. Der Rumpf war aus Titan geschweißt. Um das Boot so kompakt wie möglich auszulegen, musste so gut es ging auf Besatzung verzichtet werden: 24 spezialisierte Offiziere und sechs Unteroffiziere befehligten zentral eine hochkomplexe Automatik, die das Boot steuerte.

    Der Antrieb der Alpha-Klasse war seiner Zeit um 50 Jahre voraus: Ein flüssigmetallgekühlter (Quecksilber + Bismut) Neutronenreaktor – sicherer, leistungsfähiger und kann schnell auf Spitze hochgefahren werden. Von 0 auf 40 Knoten beschleunigten die Alphas in nur einer Minute; in 42 Sekunden konnten die Boote um 180 Grad wenden, um in den toten Winkel der gegnerischen Waffensysteme vorzustoßen. Bei voller Fahrt waren die sowjetischen Submarinen schrecklich laut, aber das war egal, denn mit 40 Knoten konnten sie den damaligen Torpedos einfach davonfahren.

    Atom-U-Boot der Lira-Klasse (NATO-Bezeichnung Alpha-Klasse)
    © CC0 / U.S. Navy
    Atom-U-Boot der Lira-Klasse (NATO-Bezeichnung Alpha-Klasse)

    Sechs Alphas hatte die Sowjetunion insgesamt gebaut. Im Betrieb erwiesen sich die Boote dann doch als zu aufwendig. Zum Beispiel musste der Reaktor permanent arbeiten, um die Flüssigmetallkühlung auf 120 Grad zu halten. Nach Abschaltung verwandelten sich die Antriebsanlagen in unbrauchbares Metall. Bis heute ist die Entsorgung dieser strahlenden Klumpen nicht erledigt, schreibt das Portal „PM“.

    Das allererste U-Boot überhaupt: die Holland-Klasse

    Die USS Holland, das erste U-Boot von US-Seestreitkräften, ca. 1900
    Die USS Holland, das erste U-Boot von US-Seestreitkräften, ca. 1900

    Der Ire John Philip Holland hatte als erster die Idee, einen Doppelantrieb in einem U-Boot zu installieren: einen Elektromotor für die Tauchfahrt und einen Verbrenner für die Fahrt über Wasser. Deshalb war die Holland-Klasse im Russisch-Japanischen Krieg sehr erfolgreich im Einsatz – und zwar auf russischer und auf japanischer Seite.

    • Stapellauf: 1901
    • Wasserverdrängung: 125 Tonnen
    • Max. Tauchtiefe: 30 Meter
    • Max. Tempo unter Wasser: 8 Knoten
    • Besatzung: 8 Mann

    Das erste U-Boot mit Atomantrieb: die USS Nautilus

    USS Nautilus, das erste Atom-U-Boot in der Welt
    USS Nautilus, das erste Atom-U-Boot in der Welt

    Die USA hatten als erste ein nukleargetriebenes U-Boot im Einsatz. Die USS Nautilus war auch das erste U-Boot, das den Nordpol erreicht hatte.

    • Stapellauf: 1954
    • Wasserverdrängung: 4222 Tonnen
    • Max. Tauchtiefe: 213 Meter
    • Max. Tempo unter Wasser: 23 Knoten
    • Besatzung: 111 Mann

    Der Tieftaucher: die Plawnik-Klasse (Projekt 685)

    U-Boot K-278 Komsomolez Plawnik-Klasse (NATO-Codename Mike) (Archivbild)
    © CC0
    U-Boot K-278 Komsomolez Plawnik-Klasse (NATO-Codename Mike) (Archivbild)

    Die K-278 Komsomolez – das einzige U-Boot dieser Klasse – erreichte eine Tauchtiefe von 1027 Metern: Weltrekord. In dieser Tiefe war das Unterwasserschiff für das gegnerische Sonar unerreichbar. Der feste und zugleich leichte Bootsrumpf war aus Titan gefertigt. 1989 sank das Boot infolge eines Feuers an Bord. 

    • Stapellauf: 1983
    • Wasserverdrängung: 8500 Tonnen
    • Max. Tauchtiefe: 1250 Meter
    • Max. Tempo unter Wasser: 31 Knoten
    • Besatzung: 60 Mann

    Schlagkraft pur: die Antej-Klasse (Projekt 949A)

    Das U-Boot Wiljutschinsk, Projekt 949A Antej
    © AP Photo /
    Das U-Boot Wiljutschinsk, Projekt 949A Antej

    Ein Riesenboot mit 24 Antischiffsraketen an Bord – genannt „Trägerkiller“. Das Boot mit 24.000 Tonnen Wasserverdrängung ist wirklich gewaltig. Die am 12. August 2000 gesunkene „Kursk“ war einer dieser Riesen.

    • Stapellauf: 1985
    • Wasserverdrängung: 24000 Tonnen
    • Max. Tauchtiefe: 600 Meter
    • Max. Tempo unter Wasser: 32 Knoten
    • Besatzung: 130 Mann

    Raketensilo auf Tauchstation: die USS George Washington

    USS George Washington (SSBN 589)
    USS George Washington (SSBN 589)

    Mit der Indienststellung dieser U-Boot-Klasse war die amerikanische Atomtriade perfekt: Das Boot hatte 16 ballistische Interkontinentalraketen an Bord, die aus einer Tiefe von 20 Metern abgefeuert werden konnten.

    • Stapellauf: 1959
    • Wasserverdrängung: 6888 Tonnen
    • Max. Tauchtiefe: 270 Meter
    • Max. Tempo unter Wasser: 25 Knoten
    • Besatzung: 112 Mann

    Der Gigant: die Akula-Klasse (Projekt 941)

    U-Boot Akula-Klasse (NATO-Code Typhoon) (Archivbild)
    © CC0
    U-Boot Akula-Klasse (NATO-Code Typhoon) (Archivbild)

    U-Boote dieser Klasse haben 20 ballistische Interkontinentalraketen an Bord. Jede Rakete verfügt über zehn einzeln lenkbare Gefechtsköpfe. Beeindruckend auch die Antriebsleistung der Akula-Klasse: 100.000 Wellen-PS.

    • Stapellauf: 1980
    • Wasserverdrängung: 49800 Tonnen
    • Max. Tauchtiefe: 500 Meter
    • Max. Tempo unter Wasser: 25 Knoten
    • Besatzung: 160 Mann
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    Tags:
    U.S. Navy, USA, UdSSR, Sowjetunion, Akula-Klasse, Atom-U-Boot, U-Boot