00:10 03 April 2020
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    Vier Motoren, 3600 PS, fünf Bordkanonen und eine ordentliche Bombenladung: Die Tupolew TB-3 war die erste – das kann man wohl so sagen – fliegende Festung der Welt. Im März 1932 hob die revolutionäre Maschine in der Sowjetunion ab.

    Ein freitragender Ganzmetall-Eindecker mit Triebwerken entlang der Flügelvorderkante – diese Konstruktion hat die Auslegung von Bombenflugzeugen auf Jahrzehnte vorausbestimmt. Die russische Tupolew TB-3 war die erste Maschine dieser Art.

    1925 hatte die Entwicklung der TB-3 begonnen. Die Wehrtechnische Forschungsanstalt Ostechbüro gab zunächst die Entwicklung eines Luftfrachters in Auftrag, beim ZAGI – dem Zentralen Aerohydrodynamischen Institut in Moskau. Die Arbeiten wurden im Dezember desselben Jahres aufgenommen. Gut vier Jahre später, im März 1930, wurde das Projekt vorläufig bestätigt.

    Der erste Prototyp erwies sich zwar als flugfähig, aber bei der Landung gab es plötzlich Probleme. Die amerikanischen Motoren versagten und der Testpilot Michail Gromow konnte die Maschine nach dem Erprobungsflug am 22. Dezember gerade noch landen. Deshalb wurde im April 1931 eine verbesserte Ausführung mit deutschen Triebwerken getestet. Erst nach dem Abschluss dieser staatlichen Testreihe bekam die Maschine ihre Bezeichnung Tupolew TB-3.

    Aber noch ist das Bombenflugzeug nicht serienreif: Der Importstahl, der bei dessen Bau verwendet wurde, wird durch russischen Stahl ersetzt. Aus fremder Fertigung stammen seitdem nur die Halbachsen des Fahrwerks.

    Am 4. Januar 1932 schließlich rollt das Vorserienexemplar der TB-3 zum Start. Im Cockpit sitzen Testpilot Andrej Jumaschew und Bordingenieur Iwan Petrow. Sie steuern ein 25 Meter langes Flugzeug mit einer Spannweite von über 41 Metern. Die vier Motoren mit je 900 PS beschleunigen die Maschine auf 245 km/h in Bodennähe und auf 300 km/h in großer Höhe. Nach dem Erprobungsflug steht fest: Die Maschine ist flugfähig, einsatzbereit und serienreif.

    Sowjetische TB-3 im Einsatz während des japanisch-chinesischen Krieges, Mai 1938
    © Sputnik / Archiv
    Sowjetische TB-3 im Einsatz während des japanisch-chinesischen Krieges, Mai 1938

    Die TB-3 hatte einen Ganzmetallrumpf: ein aus V-Profilen gebautes und mit Wellblech beplanktes Traggerüst. Die Besonderheit aber bestand darin, dass der Rumpf auseinandergebaut werden konnte – in drei Sektionen, wobei der Mittelteil untrennbar mit den Tragflächen verbunden war. Der Flügel selbst war in 14 Sektionen zerlegbar. Zweiteilig war das Leitwerk. Auf diese Weise konnte der Bomber auf lange Strecken mit der Bahn verfrachtet werden.

    Das Cockpit der Piloten war komplett offen, nur die Bugspitze unter der MG-Lafette war verglast. Für den Einsatz in der Arktis wurden jedoch auch Ausführungen mit geschlossenen Pilotenkanzeln gebaut. Die Bewaffnung bestand aus leichten Maschinenkanonen: eine am Bug, zwei auf dem Rumpfdach und zwei unter dem Flügel. Die Bomben wurden intern in einem Waffenschacht und unter den Tragflächen aufgehangen.

    Zwischen 1932 und 1937 wurden insgesamt 816 Exemplare der Tupolew TB-3 gebaut – in circa zehn unterschiedlichen Ausführungen. Der Bomber stellte etliche Weltrekorde auf, doch kein einziges Exemplar hat die Zeit bis heute überdauert.

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    Tags:
    UdSSR, Sowjetunion, Langstreckenbomber, TB-3, Flugzeugbauer Tupolew