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    Fast zu einhundert Prozent Erfolgsquote: Desinfektionsroboter können Coronaviren mit UV-C-Licht eliminieren. Die autonomen Roboter seien bereits im Einsatz, um Krankenhauspersonal zu entlasten, so ein Fachmedium für deutsche Ingenieure. Die Erfindung werde bereits in allen Provinzen Chinas eingesetzt.

    Das Bundesministerium für Forschung und Bildung hat schon frühzeitig in seinem Faktencheck zum Coronavirus aufgeklärt, das bloßes ultraviolettes Licht, etwa von herkömmlichen UV-Lampen, den Virus nicht töten könne. Vielmehr könne es zu Hautirritationen führen.

    Doch ultraviolettes Licht ist nicht gleich ultraviolettes Licht: Es kommt auf das Spektrum der UV-Strahlen an. Chinesische Krankenhäuser setzen etwa eine dänische Erfindung in ihren Krankenhäusern ein, um die Ansteckungsgefahr durch das Virus Covid-19 zu minimieren, so ein Bericht des Portals Ingenieur vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI).

    UVD-Roboter mit UV-C-Licht

    Der UVD-Roboter könne mit ultraviolettem Licht Viren und Bakterien autonom desinfizieren und abtöten. Dieser Bereich der Ultraviolettstrahlung konzentriert sich auf die Wellenlängen 280-100 Nanometer und sei für das menschliche Auge nicht sichtbar. Das Ziel sei, die Ausbreitung von Coronaviren wirksam einzudämmen und Krankenhauspersonal zu schützen. Die chinesische Firma „Sunay Healthcare Supply“ setze die Roboter bereits in allen Provinzen der Volksrepublik ein. Sie seien allerdings nicht nur in Asien, sondern auch in Europa und in den Vereinigten Staaten im Einsatz, heißt es weiter.

    Wirksamkeit bei der Bekämpfung von Corona-Viren: Fast 100 Prozent

    Konzentriertes UV-C-Licht wird beim Fahren des Roboters von „Blue Ocean Robotics“ abgegeben, sodass eine keimtötende Wirkung entstehe. Auf die Art könnten praktisch alle in der Luft befindlichen Viren und Bakterien auf den Oberflächen eines Raumes entfernt werden. Das sei bei Coronaviren wichtig, die auf Edelstahl und Kunststoff lange ansteckend wirken würden. Die Desinfektionsrate des Roboters liege bei 99,99 Prozent.

    Von der Wirksamkeit bei der Bekämpfung des Corona-Virus ist auch eine Firma aus dem sächsischen Hainichen überzeugt: „Dass sich Corona mit diesem autonom agierenden Roboter bekämpfen lässt, ist insofern eine gute Nachricht, da bisher noch kein Gegenmittel gegen das Virus entwickelt werden konnte“, heißt es von Seiten des deutschen Unternehmens, biete das Gerät doch wirksame und erfolgreiche Desinfektion.

    Die Hartmann GmbH ist spezialisiert auf die Wasseraufbereitung in Kliniken und Arztpraxen, Laboren, Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen. Es handelt sich dabei um sogenanntes vollentsalztes Wasser, welches vor allem in technischen Anwendungen als Betriebsstoff zum Einsatz kommt, in der Chemie und Biologie als Lösungsmittel und ebenso als Reinigungsmittel Verwendung findet: Reinstwasser.

    Auch im Bereich Desinfektionsroboter deutsch-chinesische Neuerfindung

    Auch Siemens habe zusammen mit der Firma Aucma in nur einer Woche – von der Idee bis zum Prototypen – einen Desinfektionsroboter entwickelt, so das Unternehmen. Der Siemens-Roboter solle schon bald im Kampf gegen den Corona-Virus und andere Viren in Krankenhäusern zum Einsatz kommen, heißt es.

    „Wieder und wieder habe ich mir die Frage gestellt, wie wir den Kampf gegen COVID-19 unterstützen können“, sagt Yu Qi, Leiter der Forschungsgruppe „Advanced Manufacturing Automation“ von Siemens in Qingdao. Als China während ihres traditionellen Neujahrsfestes die Bemühungen intensivierte, den Virus in den Griff zu bekommen, suchte Yu Qi nach einem Weg, den Virus mittels moderner Technologie einzudämmen.

    In der Flut von Informationen über die Epidemie habe eine Nachricht seine Aufmerksamkeit erregt, so die Ausführungen von Siemens: In vielen Krankenhäuser bestünde dringender Bedarf an Desinfektionsrobotern, die anstelle des Personals die Desinfektion von Bereichen mit hohem Infektionsrisiko übernehmen könnten.

    Der Einsatz des Roboters 

    Der UVD-Roboter von „Blue Ocean“ etwa sei batteriebetrieben, mobil und erreiche auch schwer zugängliche Stellen. Der Roboter befahre autonom den Raum bei jedem Einsatz, ohne Abweichung, immer wieder in der gleichen Weise und gewährleiste somit eine gleichbleibende und „validierfähige“ Desinfektion. Damit der Roboter sich selbstständig in seiner Umgebung positionieren könne, sei ein Laserscanner installiert, der sowohl die Maße des Raumes als auch dort befindliche Gegenstände erfasse. Der Roboter behandele so die Oberflächen in einer Krankenstation mit Licht aus mehreren Winkeln und aus nächster Nähe. Das Gerät desinfiziere jegliche Kontaktflächen von Gegenständen und vor allem auch manuell schlecht erreichbare Geräteoberflächen. Ein Roboter oder Greifarm könne so Pflegekräfte bei der Hygiene unterstützen. Der Einsatz des UVD-Roboters sei allerdings auf geschlossene Räume beschränkt.

    Digital unterstützt: Sicherheit für Menschen

    Damit das UV-C-Licht keine Einwirkung auf den Menschen hat, wurde das Gerät mit Sicherheitsmerkmalen ausgerüstet. So würde sich das UV-C-Licht etwa automatisch ausschalten, sobald eine Person den Raum betritt. Sobald der Raum wieder leer ist, würde die Arbeit des Roboters fortgesetzt. Zur digitalen Unterstützung wird ein Tablet mit Bewegungssensor an der Tür des Patientenzimmers angebracht. Das Tablet ist mit dem Roboter vernetzt und übermittelt ein Signal, sofern sich noch Personen in einem Raum aufhalten oder das Zimmer betreten.

    Breites Einsatzfeld der Roboter

    Die Technologie hinter dem Roboter könne auch auf andere Bereiche ausgeweitet werden und etwa im Hotelwesen und der Gastronomie, im Bauwesen und in der Landwirtschaft Einsatz finden. Sorgfältige Desinfektionen könne das UV-C-Gerät auch in Anlagen in der Lebensmittelproduktion oder in einem Labor ausführen. Erste Interessenten an der Technologie meldeten sich aus dem Mittleren Osten und Asien.

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    China, Roboter, Coronavirus, Wissen, Technik