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    Der Engpass bei Atemmasken und anderem medizinischem Zubehör sorgt für Kreativität in der Industrie und bei Forschungseinrichtungen. So hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erste Erzeugnisse mit dem 3D-Druck-Verfahren produziert und will bis zu 500 Atemmasken pro Tag herstellen. Andere namhafte Unternehmen sind mit von der Partie.

    Normalerweise stellen die 3D-Drucker des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Raketen- und Flugzeugmodelle für Windkanäle her. Doch seit der Covid-19-Pandemie richten viele Unternehmen ihre Produktion neu aus, um dem Engpass bei medizinischen Gütern zu begegnen. Diesen Schritt hat nach einer Anfrage der Europäischen Kommission auch das DLR unternommen und mit seinen 3D-Druckern erste Atemschutzmasken und Ventile für Beatmungsgeräte hergestellt. 

    „Wir hatten einen Aufruf gestartet an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie man sich an der Lösung der Herausforderung der aktuellen Corona-Krise beteiligen kann. Eine der Antworten war die Anwendung unserer 3D-Druck-Kapazitäten zur Produktion von medizinischen Geräten“, erläutert DLR-Pressesprecher Andreas Schütz den Schritt im Sputnik-Interview. 

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    Atemschutzmaske aus dem 3D-Drucker

    Zu diesem Zweck haben die Forscher passende Dateien, sogenannte CAD-Dateien, entworfen, in denen das 3D-Modell und der Ablauf bis zur fertigen Maske oder bis zum fertigen Ventil gespeichert ist. Die ersten so hergestellten Produkte wurden bereits zur Zulassung eingereicht. Nach erfolgter Zulassung wird die Produktion anlaufen und die Produkte an Bedarfsträger verteilt.

    „Aktuell gehen wir davon aus, dass wir 50 Drucker zum Einsatz bringen könnten und damit eine Kapazität von circa 500 Masken pro Tag erreichen könnten“, schätzt Schütz die Möglichkeiten des DLR ein. 

    Die CAD-Dateien werden auch anderen zur Verfügung gestellt, damit diese sie in ihre Drucker laden und dieselben Produkte auch anderswo fertigen können. Und in der Tat hat das DLR hier weiteres Interesse geweckt: „Als Echo auf unsere Pressemitteilung haben sich bei uns einige Unternehmen und Firmen gemeldet, die auf Basis unserer Erfahrung auch solche Masken produzieren wollen“, betont Schütz. 

    Das DLR steht nicht alleine da. Letzten Freitag hatten sich neben dem DLR auch andere namhafte Unternehmen wie SiemensMercedes Benz sowie internationale 3D-Druck-Unternehmen wie das US-Unternehmen Carbon gemeldet. Auch Forschungseinrichtungen helfen im Kampf gegen das Coronavirus mit. So werden an der Universität Duisburg-Essen Gesichtsschutzschilder für Ersthelfer mithilfe der additiven Fertigung produziert.

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    Tags:
    Coronavirus, Mercedes-Benz, Siemens, DLR, 3D-Drucker