01:16 30 Oktober 2020
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    Russland schlägt seine eigenen Rekorde, wenn es um Atom-Eisbrecher geht. War das Schiff „Arktika“ bereits imposant, so wird „Lider“ neue Maßstäbe setzen – sowohl von seiner Größe als auch von der Antriebstechnik her. Mit zwei mächtigen Atomreaktoren soll es Eisschichten bis zu vier Meter Dicke durchbrechen. Details zum Megaschiff finden sich hier.

    Die fernöstliche Schiffswerft „Swesda“ und das Unternehmen „Atomflot“ haben letzten Donnerstag einen Vertrag zum Bau des weltgrößten Atom-Eisbrechers mit dem Namen „Lider“ (Anm. d. Red.: engl. „Leader“, dt. „Anführer") unterzeichnet. Wegen der Corona-Pandemie fand die Unterzeichnung in einer Videokonferenz statt. Zugeschaltet waren dabei der Geschäftsführer von „Atomflot“ aus Murmansk im hohen Nordwesten und der Geschäftsführer von „Swesda“ aus Wladiwostok im fernen Osten. Die beiden Städte trennen etwa 10.000 Kilometer.

    30 Meter länger als der Vorgänger

    „Lider“ soll 71.380 Tonnen Wasser verdrängen können. Mit einer Länge von 209, einer Breite von 47,7 und einem Tiefgang von 13 Metern wird es den derzeit größten ebenfalls russischen Atom-Eisbrecher „Arktika“ deutlich übertreffen. Dieser soll 33.000 Tonnen Wasser verdrängen und 173 Meter lang und 34 Meter breit sein. Seine erste Testfahrt hatte „Arktika“ Ende 2019 erfolgreich absolviert und soll demnächst in Betrieb gehen.

    Zwei mächtige Atomreaktoren an Bord

    Auch der Antrieb soll noch mächtiger ausfallen: Der „Lider“ soll über zwei RITM-400-Atomreaktoren verfügen, die beide jeweils 315 Megawatt thermische Leistung aufbringen können. Davon kommen bis zu 120 Megawatt in den Schiffspropellern an und sorgen für die Kraft zum Eisbrechen. Bis zu acht Monate soll das einmal mit Atombrennstoff befüllte Schiff autonom auf den Weltmeeren verkehren können. Das Schiff kann damit in der Theorie ohne Zwischenstopp jeden Ort in der Welt erreichen. Zum Vergleich: Bei „Arktika“ kommen zwei RITM-200-Atomreaktoren mit je 175 Megawatt Wärmeleistung zum Einsatz und etwa 40 Megawatt treiben die Schiffspropeller an.

    Brechkraft bis zu vier Meter

    Verkehren soll das Schiff in Gewässern mit einer Eisdicke von durchschnittlich zwei Metern. Es soll aber auch bei geringerer Geschwindigkeit Eisschichten bis zu 4,3 Meter zerteilen können. Der Kanal im Eis, den das Schiff beim Vordringen hinterlässt, soll an die 50 Meter breit sein. Solche Kanäle sollen über das ganze Jahr im Arktischen Ozean als Passagen für Transportschiffe mit mehr als 100.000 Tonnen Ladekapazität dienen.

    Die Kosten für das Riesenschiff betragen an die 127 Milliarden Rubel (Anm. d. Red.: circa 1,6 Milliarden Euro). Der erste seiner Art soll bis spätestens 2027 fertiggestellt sein. Zum Jahr 2033 sollen laut Plan bereits drei Schiffe der „Lider“-Klasse in der Arktis zum Einsatz kommen.

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    Tags:
    Arktis, Schiffbaubetrieb Swesda, Russland, Atomeisbrecher