08:36 09 Juli 2020
SNA Radio
    Technik
    Zum Kurzlink
    101298
    Abonnieren

    Ein kompakter Dreitürer mit Frontantrieb war das Autothema in West und Ost der Siebzigerjahre. Auch die Sowjetführung entschloss sich damals, eine Kompaktlimousine entwickeln zu lassen. Die deutsche Rennwagenlegende aus Zuffenhausen trug nicht unwesentlich zum neuen sowjetischen Volksauto bei. Das Portal „Popular Mechanics“ (PM) berichtet.

    Behördenämter bremsen die Zeit häufig aus. Deshalb vergingen einige Jahre zwischen dem Beschluss des sowjetischen Fahrzeugbauministeriums, eine schicke Kompaktlimousine entwickeln zu lassen, und dem tatsächlichen Beginn der Entwicklungsarbeiten. Mitte der Achtzigerjahre schließlich landete ein Ingenieurstrupp aus der UdSSR mit halbgaren Autoprototypen auf einer Teststrecke von Porsche. Es konnte losgehen.

    Die deutschen Technikkünstler hatten einiges zu perfektionieren an den Versuchsmodellen von Lada: An der Lenkung wurde gefeilt, an der Aufhängung und an den Motoren. Der 1,3-und der stärkere 1,5-Liter-Benziner waren von sowjetischen Ingenieuren entwickelt worden, mussten aber in der deutschen Rennwagenschmiede auf Serienreife getrimmt werden. Drei lange Jahre wurden die Prototypen anschließend unter den wachsamen Augen deutscher Fahrzeugbauer quer durch die Sowjetunion gejagt – bis man den Lada für die Kunden freigeben konnte.

    Zivilversion von WAZ-2108 (Archivbild)
    © Sputnik / Samokwasow
    Zivilversion von WAZ-2108 (Archivbild)

    Die Lada-Technik trug also die Handschrift von Porsche. Aber das Design war durch und durch sowjetisch: Ein Designerteam von AvtoVAZ hatte eine prägnante Karosserie mit Ecken und Kanten entworfen, wie es sich für die damalige Zeit gehörte. Es fehlte auch nicht an feinen Details – jedenfalls beim Vorserienprototyp: Eine Heckklappe aus Glas, Karosserieteile aus Alu. In Serie ging, wie es so oft ist, eine einfachere Variante. Eine nette Feinheit: Die Türgriffe des Lada 2108 stammten unmittelbar vom Porsche 924. Der Chefdesigner des Rennwagens, Anatole „Tony“ Lapin, hatte darauf persönlich bestanden, schreibt „PM“.

    Der Erfolg war dem neuen sowjetischen Massenauto sicher: Eine einfache, aber solide Schräghecklimousine mit kleinem, aber zugsstarkem Motor – der Lada 2108 war von Anfang an beliebt, nicht nur in der UdSSR, auch im Ausland. Und im Rennsport.

    Der Lada 2108 Rally (Werksbezeichnung 29081) war ein kleines Beast mit 160 PS, Keramikkupplung und Hinterradantrieb. Unter der Werksbezeichnung 29084 folgte ein allradgetriebenes Modell. Aber es ging noch härter: Ein französischer Autodealer motzte einen Lada 2108 mit Teilen vom Porsche 959 auf – einschließlich des Motors mit 3,6 Litern Hubraum und 300 PS.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    So geht selbstbewusstes Amerika mit Russen um - Nulands feuchter Traum von Bidens Russland-Strategie
    „Zynische Absurdität“: Maas fordert Ende ausländischer Eingriffe in Libyen
    Für Fertigstellung von Nord Stream 2 geeignet: „Fortune“ in dänische Gewässer eingelaufen
    Der reine Horror – Amerika hat einen „Perestroika-Plan“
    Tags:
    AvtoVAZ, Motorsport, Rallye, Autorennen, Autoindustrie, UdSSR, Sowjetunion, Deutschland, Porsche, Lada