04:41 28 September 2020
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    Polen kriegt es nicht hin, die Rückständigkeit seiner Panzerarmee zu bewältigen. Das stellt der ehemalige Heeresgeneral Waldemar Skrzypczak fest. Seine Analyse ist allerdings im Ausdruck etwas derber.

    Seit 30 Jahren tritt Polen bei der Modernisierung seiner Panzerverbände auf der Stelle, sagte der ehemalige Kommandeur des polnischen Heeres dem Portal „Kresy“.

    „Das, was man bei uns in Polen eine Modernisierung nennt, ist überhaupt keine Modernisierung. Das ist vielmehr so, als würde man einen Kothaufen pudern“, so der General.

    Es ist nicht auszuschließen, dass der Militär im echten Gespräch einen noch kräftigeren Ausdruck verwendete.

    Zum Vergleich verweist der Offizier auf Polens östlichen Nachbarn: Russland habe die Aufgabe „hervorragend gemeistert“ und erhalte bis Jahresende über 120 runderneuerte Kampfpanzer T-72B3M. Das nenne man effektiv, so Skrzypczak. Russland verbessere sogar jene Eigenschaften seiner T-72-Panzer, die eh schon stark seien.

    Polen komme indessen kein Stück weiter und habe es immer noch nicht geschafft, die Rückständigkeit seiner Panzerarmee zu bewältigen. Man solle stattdessen amerikanische Abrams-Panzer in Polen zusammenschrauben. 450 bis 550 Stück würden reichen, sagte der General.

    Der russische T-72 wird seit 1972 gebaut. Allerdings ist in der heutigen T-72-Ausführung von der ursprünglichen Version nur das Fahrgestell geblieben. Der T-72B3M verfügt über einen neuen 1130-PS-starken Motor und ein neues 125-Millimeter-Geschütz. Im Unterschied zur Erstversion ist im modernisierten Modell ein Feuerleitrechner vorhanden; der Platz des Kommandanten ist mit einem Panoramavisier ausgestattet. Eine Käfig- und eine Reaktivpanzerung erhöhen den Schutz des Geräts und der Mannschaft.

    Panzer T-72

    Der T-72 gilt unter Fachleuten als einer der meisteingesetzten Kampfpanzer weltweit. Den Ersteinsatz eines T-72 geben Nachschlagewerke mit Juni 1982 an: im Libanonkrieg. Damals wehrten sich syrische Kräfte gegen den Einmarsch israelischer Verbände in der Bekaa-Ebene.

    Tatsächlich aber war der russische Kampfpanzer schon zwei Jahre vorher an einem Kampfeinsatz beteiligt gewesen: im Krieg zwischen Iran und Irak. Bagdad hatte zuvor 100 Exemplare beschafft. Internet-Videos belegen die Verlegung irakischer T-72 offenbar an den südlichen Frontabschnitt.

    Mit der Glattrohrkanone im Kaliber 125 Millimeter war der sowjetische T-72 den amerikanischen und britischen Kampfpanzern im Irak-Einsatz klar überlegen. Die Verluste des T-72 im Vergleich zu früheren Panzermodellen wie T-55 und T-62 waren minimal. Auch bei Wendigkeit, Schutz und Zuverlässigkeit war der sowjetische Panzer den gegnerischen Kräften voraus.

    Im Januar 1982 erhielt die irakische Armee modernisierte Ausführungen des T-72: das optische Zielgerät wurde durch ein lasergestütztes System ersetzt. Die Panzer bewährten sich über Jahre im Dienst der irakischen Armee. Selbst 2003 leisteten T-72-Panzer ihren Beitrag zur Abwehr der US-Invasion im Irak.

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    Tags:
    Panzer T-72, Russland, Polen