15:11 13 August 2020
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    Es kommt schon mal vor, dass Nachrichtenportale aus Russland russische Waffensysteme regelrecht hypen, schreibt das Portal „The National Interest“ (NI). Diesmal wird berichtet, der russische Tarnkappenjäger Su-57 fliege im Rahmen einer Testreihe unbemannt. Wirklichkeitsfremd ist das Konzept aber gar nicht.

    Es ist nur eine knappe Meldung, die das US-Portal zu einer ganzen Analyse veranlasst:

    „Die Su 57, ein Jagdflugzeug der 5. Generation, erprobt den unbemannten Flug“, berichtet die Nachrichtenagentur „RIA Novosti“. Ein Pilot befinde sich während der Testflüge im Cockpit, „ausschließlich zur Überwachung aller Funktionen“. Weitere Informationen liegen derzeit nicht vor.

    Die Meldung lässt Fragen aufkommen – vor allem: Wozu soll ein Kampfjet, der auf bemannte Flüge ausgelegt worden ist, nunmehr ohne den Eingriff des Piloten fliegen können? „The National Interest“ sieht die Antwort im sog. Loyal-Wingman-Konzept. Die Idee dahinter ist, den Piloten eines Hochleistungsjets zu befähigen, eine Kleinflotte von Unterstützungsdrohnen zu koordinieren und zu kommandieren.

    Für den Kampfjet würde das laut dem Portal eine enorme Kampfwertsteigerung bedeuten: Das Team aus einem bemannten und mehreren unbemannten Flugvehikeln könnte über herkömmliche Kampfeinsätze hinaus Aufklärungs- und Zielerfassungsmissionen übernehmen, Schwachstellen in der gegnerischen Flugabwehr aufspüren oder Luftangriffe im erheblichen (also sicheren) Abstand zum Ziel absolvieren.

    Das Konzept ist derart vielversprechend, dass Luftkampfsysteme der 6. Generation von Anfang an mit der Fähigkeit zu Verbundoperationen mit unbemannten Assistenzdrohnen entwickelt werden, schreibt „NI“. Steuerungsalgorithmen sind in ihrer Entwicklung laut dem Portal inzwischen soweit fortgeschritten, dass unbemannte Flugvehikel auf plötzliche Veränderungen im Missionsumfeld rasch reagieren und entsprechend schnell manövrieren können.

    Trotz dieser Fortschritte in der Steuerungstechnik glauben allerdings nur wenige Hersteller von Flugsystemen, dass man auf Piloten in komplexen Einsätzen wird verzichten können. Zu bestimmten Entscheidungsprozessen sei immer noch nur der Mensch kognitiv fähig, schreibt „NI“: Kein rechenbasiertes autonomes System könne die menschliche Fähigkeit ersetzen, eine Vielzahl von verflochtenen Variablen zeitgleich zu berücksichtigen und darauf schnell zu reagieren.

    Solche auf Informationsaustausch basierenden „Luft-Luft-Netzwerke“ seien eines der wesentlichen Ziele bei der Entwicklung von bemannten und unbemannten Luftkampfsystemen der 6. Generation, schreibt „NI“. Neben Tempo, Stealth, Wendigkeit und Schlagkraft zählt zuverlässiger Datenfluss zu den bestimmenden Elementen des Luftkampfs der Zukunft.

    Der Einsatzwert eines Kampfsystems der nächsten Generation reicht deutlich über das System an sich hinaus. In diesem Konzept ist eine Gefechtsplattform in ein großflächiges Einsatznetzwerk aus Waffen und Sensoren eingebunden, die in Echtzeit gemeinsam Missionsaufgaben bewältigen. Die Fähigkeit zu bemanntem und unbemanntem Flug sei deshalb eine Kernanforderung an künftige Luftkampfsysteme, schreibt „NI“ vor dem Hintergrund des unbemannten Testflugs des russischen Tarnkappenjets Su-57.

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    Tags:
    Drohne, Su-57