02:56 30 November 2020
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    Ein Kampfschiff, ein heller Lichtstrahl, eine brennende Drohne – die amerikanische Marine hat im Pazifik einen Kampflaser getestet. Allerdings ist ein Lasersystem auf See wahrlich nicht die beste Waffe, sagt ein Experte im Sputnik-Gespräch.

    Ein 150-Kilowatt-Laser, auf dem Landeschiff „USS Portland“ installiert, sei unweit von Pearl Harbour getestet worden, teilt die Navy mit und zeigt Videos dazu bei Twitter und YouTube.

    ​Genauere Angaben zu dem neuen Waffensystem gibt es nicht. Auch die Aufnahmen, welche die Navy veröffentlicht hat, sagen wenig über die Einsatztauglichkeit des Kampflasers aus. Denn es müssen viele Faktoren stimmen, damit ein Laser als Waffe wirken kann, erklärt der Militärexperte Konstantin Siwkow von der Akademie für geopolitische Probleme im Sputnik-Gespräch:

    „Eine Laserwaffe braucht ideale Wetterbedingungen, die man auf See nur selten vorfindet. Es darf beispielsweise keinen Wellengang geben, weil die Gischt den Laserstrahl ablenken könnte. Für den Einsatz auf See sind heutige Laser wahrlich nicht die beste Waffe.“

    Informativer sind die Navy-Videos in Bezug auf die Leistungsfähigkeit des Kampflasers: „Die Zieldrohne wird sehr lange vom Laser bestrahlt, bis sie abstürzt. Das lässt auf eine geringe Energiedichte des Laserstrahls schließen. Um ein schwierigeres Ziel abzuschießen, beispielsweise eine ballistische Rakete, müsste der Strahl mindestens eine halbe Minute lang den Flugkörper treffen. Einmal abgesehen davon, wie schwierig das technisch ist: In der Zeit würde die Rakete die Reststrecke bis zum Zielort zurückgelegt haben“, erklärt der Experte. Als Abwehrwaffe eignen sich die Kampflaser von heute also nur bedingt.

    Auch die russischen Kampflaser (System „Pereswet“, seit 2018 in der Erprobung) sind nicht dazu bestimmt, Flugziele zu bekämpfen – sondern dazu, die optronischen Zielvorrichtungen diverser Waffensysteme zu blenden.

    Früher wurde berichtet, der Rüstungskonzern Northrop Grumman arbeite an einem 150-Kilowatt-Kampflaser zur Bekämpfung von Schnellbooten und unbemannten Fluggeräten. Bereits Anfang der 2000er Jahre hatte Northrop Grumman Kampflasersysteme entwickelt, im Rahmen des Programms AN/SEQ-3 Laser Weapon System (LaWS). Vorgesehen war die Entwicklung eines 30-Kilowatt-Lasers. Das System wurde auf dem Landungsschiff „USS Ponce“ erprobt, aber die Arbeit ging nicht über die Entwicklung eines Prototyps hinaus.

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    Tags:
    Zerstörer, US-Zerstörer, USS Portland (LPD-27), Drohne, U.S. Navy, USA, Laserwaffen