00:25 12 Juli 2020
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    Von zwei mächtigen Atomreaktoren angetrieben durch Eisschichten von bis zu drei Metern Dicke: Die Arktika-Reihe soll russischen Tankern Wege durch das Nordeis bahnen. Nun hat der Bau des vierten Atom-Eisbrechers namens „Jakutija“ begonnen.

    Der Bau des vierten Atom-Eisbrechers „Jakutija“ der Arktika-Klasse hat Dienstag letzter Woche am St. Petersburger „Baltischen Werk“ begonnen. Mit einer Länge von über 170 Metern, einer Breite von 34 Metern und einer Wasserverdrägung von 33.500 Tonnen wird er mit den baugleichen Typen "Arktika", "Sibir" und "Ura"l der größte Eisbrecher der Welt sein. Zugleich ist „Jakutija“ der vorletzte geplante Eisbrecher des Typs, in Planung ist noch ein Schiff mit dem Namen „Tschukotka“.

    Alle diese Schiffe werden von je zwei RITM-200-Atomreaktoren mit jeweils 175 Megawatt Wärmeleistung betrieben. Sie sollen Eisdecken von bis zu drei Metern Dicke durchtrennen und so Wege für Tanker in Richtung Pazifik freimachen. Das erste dieser Schiffe, die " Arktika", ist bereits fertig gestellt und gegenwärtig sollen letzte Tests laufen, bevor das Schiff in regulären Betrieb geht.

    „Nach der Fertigstellung dieser Reihe wird Russland über die größte Atom-Eisbrecher-Einheit der Welt verfügen. Das sind herausragende Schiffe, kein Land auf der Welt verfügt über einen ähnlichen Eisbrecher“, teilt Denis Manturow, der Minster für Industrie und Handel der Russischen Föderation, mit.

    Auftraggeber für die Atom-Eisbrecher ist das Murmansker Unternehmen „Atomflot“, das zur russischen Kernenergie-Gesellschaft „Rosatom“ gehört. Laut dem Geschäftsführer von Atomflot, Mustafa Kaschka, soll durch Riesenschiffe das Transport-Potenzial des arktischen Seeweges erschlossen werden.

    Das Schiff „Jakutija“ ist nach der flächengrößten und zugleich kältesten Region Russlands Jakutien benannt. Für die Region stelle der nördliche Seeweg eine Möglichkeit für die weitere sozioökonomische Entwicklung seiner arktischen Gebiete dar, so der Regierungschef der Republik, Ajsen Nikolajew. Hier könne vor allem die Förderung von Erdgas und Erdöl in Küstennähe an Bedeutung gewinnen.

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    Tags:
    Atomeisbrecher, Eisbrecher, Russland