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    Die Werkshallen mussten einem Wohngebiet weichen, das Werk selbst existiert nicht mehr. Einst aber belieferte ZIL die gesamte Sowjetunion und ihre sozialistischen Bruderländer mit robusten Lastwagen. Nicht nur das: Das Moskauer Autowerk entwickelte Fahrzeugtypen mit sehr unkonventionellen Ideen. Das Portal „Popular Mechanics“ zeigt zehn davon.

    ZIL-111 „Moskau“ von 1956. Es war die erste Staatskarosse des Moskauer Autowerks, nachdem es von ZIS in ZIL unbemannt worden war. Der ZIL-111 sollte die Stalin-Limousine ZIS-110 ablösen. Die Neuentwicklung übernahm auch das Fahrgestell des Vorgängers, nur die Karosserie wurde neu entworfen. Das Fahrzeug blieb ein Einzelstück: keine Serienfertigung.

    ZiL-111, Moskau 1958
    © Sputnik / N. Semjonow
    ZiL-111, Moskau 1958

    ZIL-E134 von 1956. Prototyp einer militärischen Zugmaschine. Der 8x8-Antrieb war wie ein Kettenfahrzeug für Geländefahrten geeignet – und für zügige Kolonnenfahrten auf befestigten Straßen ebenso. Drei Exemplare wurden gebaut; dieses (die Nr. 2) war auch noch schwimmfähig, mit bis zu sechs Stundenkilometern.

    ZIL-129B von 1958. Prototyp eines Stadtbusses auf der Plattform des Reisebusses ZIS/ZIL-127. Ging, anders als der Reisebus, nicht in Serie.

    ZIL-159 von 1958. Noch ein Busprototyp, der nicht in Serie ging. Nicht, dass die Konstruktion irgendwie mangelhaft gewesen wäre: Die Staatsführung hatte beschlossen, die Busproduktion bei ZIL einzustellen.

    ​ZIL-E169A von 1964. Der erste Versuch, einen Lastwagen mit Kippfahrerhaus zu entwickeln. Die Arbeiten liefen parallel zur Entwicklung eines neuen Haubers: des ZIL-130. Der gewann diesen Contest auch und ging in Serie. Doch die Arbeiten am Kippfahrerhauses wurden fortgesetzt.

    ZIL-3E169A von 1969. Das gleiche Fahrerhaus, aber stark überarbeitet. Bei ZIL wurde dieser Lastwagen nicht gebaut: die Serienfertigung lief im neuen Werk an – bei KamAZ, dem heute noch größten russischen Fahrzeugbauer.

    ​ZIL-132S von 1964. Der Versuch, einen Geländetruck für extremweichen Untergrund zu schaffen. Das Fahrerhaus stammt vom ZIL-164. Das Fahrzeug erwies sich als schwerfällig und ungelenkig. Auf die Weiterentwicklung wurde verzichtet.

    ZIL-135P „Delfin“ von 1965. Ein amphibisches Fahrzeug für Militärzwecke. War anfangs als selbstfahrende Pontonbrücke vorgesehen, dann als Truppentransporter – ging aber nie in Serie.

    ZIL-130G von 1970. Das GFK-Fahrerhaus ähnelt erkennbar dem Hauber ZIL-130, dem langjährigen Standardmodell des Moskauer Autowerks. Dieser Prototyp war der Versuch eines Facelifts für den 130er. Aber außer bei Tests und einer Roadshow von 1971 (Foto) fuhr der neue Lastwagen nirgends.

    ​ZIL-4305. Eine Kreuzung aus Staatskarosse und Lastwagen: Das Fahrgestellt stammt in der Tat von der Regierungslimousine ZIL-4304, das Fahrerhaus vom 6x6-Lkw ZIL-131. Das kuriose Fahrzeug diente allein für interne Transporte auf dem riesigen Werksgelände und für Lieferfahrten in den Kreml.

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    Tags:
    Staatskarosse, Lastwagen, UdSSR, Autos, Autoindustrie, Sowjetunion