07:19 21 Oktober 2020
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    Vom ur-alten Lada bis zum neuesten Rolls-Royce – in der russischen Hauptstadt kann man heute so ziemlich alles sehen, was in der Autowelt rast, dröhnt und quietscht. Vor 50 Jahren war die Fahrzeugvielfalt in Moskau nicht so groß, aber hier und da fuhren Exoten herum.

    Das Portal „Popular Mechanics“ zeigt einige davon.

    Mercedes-Benz 230 W143

    Eine echte Trophäe! In den Nachkriegsjahren waren solche Kisten in der Sowjetunion gar nicht mal so selten. Man fuhr die deutschen Fabrikate häufig auf Verschleiß. Es gibt Bilder eines Mercedes von 1938 unweit der Moskauer KGB-Zentrale: Die Kotflügel zerbeult, die Motorhaube mit Stoff bezogen, die Hinterräder mit Lkw-Gummi bereift. Not macht nicht unbedingt erfinderisch, aber immer genügsam.

    Tatra T613

    Bei Routineaufgaben fuhr die Sowjetmiliz standardmäßig Lada oder Wolga. Für wichtigere Einsätze gab es ansehnlichere Karossen wie den Tatra. Die technische Ausstattung war für die Zeit beeindruckend: V-förmiger Heckmotor mit 3,5 Liter Hubraum, tschechische Wertarbeit und eine schicke Karosserie – ein Auto wie für die Verfolgungsjagd gemacht.

    Moskwitsch-422 Woody

    Dieses Auto wäre heute Gold wert – damals war es nicht mehr als eine Holzkiste auf Rädern. Die Holzkarosserie dieses Moskwitsch (heute eine begehrte Rarität) war ein Tribut an die allgegenwärtige Mittelknappheit in der sowjetischen Mangelwirtschaft. Billig zusammengezimmert, waren die kleinen Lieferwagen schnell verschlissen. Heute ein brauchbares Exemplar aufzutreiben, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

    Ikarus 280T

    Sieht aus wie der legendäre Omnibus aus Ungarn, ist es aber nicht ganz. 1988 hatte Ikarus seinen ersten Oberleitungsbus an die Moskauer Verkehrsbetriebe geliefert. Der war dann auch der letzte und einzige: Weitere Bestellungen folgten nicht.

    Ikarus 280T in Moskau (Archivbild)
    Ikarus 280T in Moskau (Archivbild)

    BelAZ 540

    Ein 50-Tonnen-Dino rollt im Moskauer Stadtverkehr. Was auch immer der Großmuldenkipper in der Hauptstadt zu suchen hatte, seine Leistungswerte waren recht imposant: 27 Tonnen Zuladung, ein Zwölf-Zylinder-Motor mit über 22 Liter Hubraum und Reifen größer als die Pkw ringsherum. Bei Höchsttempo von 55 km/h schluckte der Riese 100 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Dafür war er eine echte Samtpfote: Die Federung war pneumatisch, wie zum Beispiel bei einem Range Rover.

    Belaz-540 auf der Twerskaja-Straße in Moskau, Sommer 1967
    © Sputnik / Rudolf Alfimow
    Belaz-540 auf der Twerskaja-Straße in Moskau, Sommer 1967

    GAZ-21 Pickup

    Aus einem Wolga, der seinen Dienst im Taxibetrieb quittiert hatte, war noch was rauszuholen. Schweißbrenner in die Hand, Dach abgetrennt, Hecktüren zugeschweißt, eine Ladeklappe hinten angebracht – fertig ist ein Pickup als Werkstattwagen. Lackiert wurde das Arbeitspferdchen in Handarbeit mit einem Pinsel: meist in hellbraun, damit der Rost nicht so auffiel. Es war ja ein durch und durch Gebrauchter.

    Gaz M20 Pickup auf dem Roten Platz
    © Sputnik / Jekaterina Tschessnokowa
    Gaz M20 Pickup auf dem Roten Platz
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    Tags:
    BelAz, Gaz M-21, Mercedes-Benz, UdSSR, Sowjetunion