04:53 27 Oktober 2020
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    Der IFA W50 war sicherlich der am meisten gefahrene Lastwagen aus ausländischer Fertigung in der Sowjetunion. Bei manchen Kraftfahrern war er beliebt, bei anderen als Klapperkiste verhasst.

    Der IFA W50, gebaut ab 1965 bis zur Wiedervereinigung, war wahrlich ein Allrounder: Die Vielzahl der Varianten des ostdeutschen Lastwagens war beeindruckend. Die Sowjetunion kannte den 5-Tonner aber hauptsächlich als Pritschenwagen oder Kipper.

    Diese Gewichtsklasse war im sowjetischen Fahrzeugbau eine Domäne des ZiL-130 – eines Langhaubers mit Ottomotor. Da war der Frontlenker IFA mit seinem Dieselmotor deutlich im Vorteil. Zumindest auf den ersten Blick. In der harschen sowjetischen Wirklichkeit sah es dann doch anders aus.

    Das Fahrerhaus des DDR-Imports bot zwar eine bessere Rundumsicht als der heimische ZiL. Aber es war keine Kippkabine: Der Motor musste durch eine Luke gewartet oder repariert werden. Der Dieselmotor war sparsamer, aber lauter als der Benziner des russischen Lastwagens. Zudem klagten die russischen Kraftfahrer über starke Vibrationen der ganzen Kabine: Angeblich sollen nicht mal die gefederten Sitze geholfen haben.

    Und dann war da noch die Sache mit dem Klima: Noch während der staatlichen Erprobung bemängelten die Prüfer, der ostdeutsche Lastwagen sei auf den Einsatz im harten russischen Winter nicht vorbereitet. Die Heizung sei unzureichend, der Motor komme bei unter -15 Grad gar nicht auf Betriebstemperatur.

    Es gab trotzdem sowjetische Kraftfahrer, die den Frontlenker aus der DDR für seine Zuverlässigkeit und Einfachheit schätzten. Andere wiederum nannten den ostdeutschen Lastwagen nicht anders als „Deutschlands letzte Rache“. Wie dem auch sei: Zuverlässig muss der IFA wirklich gewesen sein, denn heute noch trifft man hier und da einen – in Russland und überall im ehemaligen Ostblock.

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    Tags:
    Lastwagen, Autoindustrie, DDR