18:39 19 September 2020
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    Die amerikanische Luftwaffe hat zu wenige Tarnkappenbomber und investiert in falsche Rüstungsprojekte. Das schreibt Mark Gunzinger, Luftwaffenoberst a. D. und ehemaliger Mitarbeiter im US-Verteidigungsministerium, in seinem Beitrag für das Fachportal „Defense News“.

    Um gegnerische Ziele zu bekämpfen, habe man zwei Möglichkeiten, schreibt der ehemalige US-Offizier: Entweder man schickt Bomber, die die Ziele aus relativer Nähe angreifen. Oder man schickt Raketen, die die Ziele aus der Ferne bekämpfen. Gerade was Bomber angeht, ist die US Air Force laut dem Colonel nicht gut genug aufgestellt: „Gegenwärtig verfügt die amerikanische Luftwaffe über lediglich 20 Tarnkappenbomber B-2“.

    Um diese Fähigkeit auszubauen, arbeite das Pentagon am Konzept des sog. Arsenal Plane. Doch der Offizier mahnt: Ein „Flugzeug als Waffenarsenal“ sei im Grunde eine Fehlinvestition in ein Waffensystem, das keine Kräfteverschiebung zugunsten der US Air Force bringen werde.

    Gunzinger kritisiert auch das Konzept, das die amerikanische Luftwaffe gegenwärtig erprobt: Transportflugzeuge als Bomber zu nutzen. Im Kriegsfall könnte das Pentagon einfordern, die Transportflugzeuge gemäß ihrem eigentlichen Zweck einzusetzen. Dann würden die umgebauten C-17 und C-130-Maschinen für den Einsatz fehlen.

    „Das Arsenal Plane wird nicht günstiger oder schneller sein als die Flugzeuge, die gegenwärtig schon vorhanden sind. Allein um die Produktion der C-17 wieder hochzufahren, die 2015 eingestellt wurde, würden Milliarden Dollar benötigt. Ein neues Flugzeug zu entwickeln, wäre noch teurer und würde zudem viel Zeit erfordern“, so der ehemalige Oberst bei „Defense News“.

    Laut Gunzinger verfügt die US Air Force bereits über Arsenal Planes: Die schweren Bomber B-52H und B-1B. Warum dann noch in schlechtere Entwicklungen investieren, die die bestehenden Fähigkeiten nicht erweitern, sondern nur kopieren würden?

    Ein Arsenal Plane wäre bei der Waffenlast erheblich eingeschränkt, mahnt der Offizier zudem: Je weiter das Ziel, desto weniger Waffen könne ein Kampfflugzeug aufnehmen. Um alle Ziele zu bekämpfen, würde also mehr Zeit benötigt – der Gegner erhielte einen Vorteil.

    Das Pentagon sollte besser in hochtechnologische Bomber investieren, rät Gunzinger. Diese Flugzeuge seien üppig bewaffnet und könnten präzise auf Ziele einwirken. Und: Weil mehrfach einsetzbar, sind Bomber laut dem Experten im Großen und Ganzen günstiger als Hyperschallraketen.

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    Tags:
    B-1B Lancer, USAF, B-52, B-2 Spirit, B-2, Tarnkappentechnik, USA