22:10 19 September 2020
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    Ein ergonomischer Leichtbau mit bester Treffsicherheit — die russische Armee hat ein neues Maschinengewehr in Auftrag gegeben. Eine der Neuentwicklungen — das RPK-16 — wird gegenwärtig getestet. Das Militär identifiziert dabei auch Schwachstellen. Die Entwickler nutzen die Erkenntnisse für die Optimierung des MGs.

    Das hat bisher noch kein Waffenhersteller geschafft: Das künftige „Maschinengewehr Mittel“ der russischen Infanterie wiegt keine fünf Kilogramm und ist somit wie ein Sturmgewähr freihändig einsetzbar. Das RPK-16 ist auf der Rüstungsmesse Army 2016 vorgestellt worden. Seitdem wird es für die Einführung in die Truppe optimiert, vor allem ergonomisch: das Griffstück ist mit Fingerrillen für besseren Halt und einem Fach für das Reinigungszubehör versehen, der Wahlschalter für die Feuerart verfügt über eine Fingerstütze und die längsverstellbare Schulterstütze macht eine passgenaue Einstellung der Waffe an den Schützen möglich.

    Das bei Armee und Sondereinheiten in Russland gegenwärtig am meisten verbreitete Maschinengewehr ist das RPK-74. Es ist seit Mitte der Siebzigerjahre im Dienst, war vielfach im Einsatz und gilt als zuverlässig, präzise und robust. Doch: „Das RPK-74 hatte zwei schwere Nachteile. Das Magazin war im Fassungsvermögen unzureichend, die Waffe selbst war zu groß, sodass zügiges Absetzen – vom Truppentransporter zum Beispiel – damit schwierig war“, erklärt Andrej Kirissenko, russischer Weltmeister im praktischen Schießen. Er hilft den Entwicklern, das neue RPK-16 für den Truppeneinsatz zu optimieren.

    Ansonsten habe sich das RPK-74 bewährt, sagt der Waffenkenner. Die Automatik dieses Maschinengewehrs wurde bis zur Perfektion verbessert, weshalb die Entwickler beschlossen haben, das neue MG darauf aufzubauen. Man muss das Rad nicht neuerfinden. „Am RPK-16 wurde das Rohr verkürzt, die Schulterstütze ist teleskopisch verstellbar. Das Maschinengewehr ist handlicher geworden, kann auch als Sturmgewehr genutzt werden“, sagt Kirissenko.

    Das Kaliber ist das alte geblieben: 5,45 х 39 Millimeter. Eine Neuerung: Das Trommelmagazin. Damit ist ein erheblicher Nachteil des Vorgänger-MGs beseitigt worden: der Munitionsmangel beim Feuerstoß und bei Dauerfeuer. Das Standardmagazin des RPK-74 fasst 45 Schuss, die Trommel des RPK-16 enthält 96 Patronen. Das dürfte für ein ordentliches Sperrfeuer reichen.

    Möglich sind aber auch Einzelschüsse – mit einer adaptiven Zieloptik verwandelt sich das neue MG in ein Scharfschützengewehr. Treffer auf 500 Meter sind damit sicher.

    Das RPK-16 wird seit Jahren kontinuierlich verbessert und erprobt. Das Maschinengewehr ist unter allen klimatischen Bedingungen getestet worden. Dabei hat das Militär auch einen Nachbesserungsbedarf angemeldet. „Der Trend geht hin zu kleineren und leichteren Waffen bei hoher Schlagkraft und Präzision. Immer wichtiger wird auch die Ergonomie“, erklärt der Waffenexperte Kirissenko.

    „Im Truppentest erkennt man eine Masse an Details, die noch zu verbessern sind: Hier etwas griffiger, dort ein wenig handlicher. Feintuning. Die Grundauslegung des Gewehrs bleibt aber erhalten.“

    Ein Problem des alten RPK-74 war, dass ein Rohrwechsel nicht vorgesehen war. Beim RPK-16 haben die Entwickler das berücksichtigt. Für den urbanen Kampf steht ein Rohr von 410 Millimetern Länge zu Verfügung, für herkömmliche Einsätze – eins von 550 Millimetern.

    Für die Streitkräfte bleibt das Maschinengewehr neben dem Sturmgewehr in jedem Fall die Waffe Nummer 1. Die Erfahrung zeigt, dass der Einsatz von MGs in kleinen und großen Konflikten entscheidend sein kann.

    Alexej Filatow, ehemaliges Mitglied der Spezialeinheit Alfa, erinnert sich im Sputnik-Gespräch an einen Einsatz im südrussischen Budjonnowsk. Islamisten hatten dort ein Krankenhaus besetzt und die Ärzte samt den Patienten als Geiseln genommen. „Einer von uns wurde angeschossen und lag drei Stunden lang verletzt in der Einsatzzone. Erst beim dritten Versuch haben wir ihn evakuieren können. Aber bevor wir an ihn herankommen konnten, hatten wir massives Dauerfeuer gegen die Hausmauern eröffnet – um die Terroristen niederzuhalten. So konnten sie den Granatwerfer nicht einsetzen gegen uns.“

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    Schusswaffen, Waffen, Russland, Maschinengewehr RPK 16, Maschinengewehr, Kalaschnikow