19:31 28 Oktober 2020
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    Die B-58 von Convair war für ihre Zeit ein beeindruckend schneller Bomber. Perfekt war der Kampfjet aber nicht, einiges wäre nachzubessern gewesen. Die Entwickler hätten auch nachgelegt, hätten die Sowjets nicht die S-75 gebaut. Die Abwehrrakete bedeutete das Aus für die amerikanische Wunderwaffe, schreibt „The National Interest“.

    Beim Tempo suchte die B-58 von Convair ihresgleichen. Mehrere Geschwindigkeitsrekorde stellte das Flugzeug auf. Die innovative Auslegung als Vierstrahler mit Deltaflügel machte sich bezahlt: In Höhen ab 15000 Metern erreichte der Kampfjet die doppelte Schallgeschwindigkeit. Doch als strategischer Bomber war die Maschine viel zu klein: Unter den Rumpf passte entweder nur eine Atombombe des Typs Mark 39 respektive B53 oder vier kleinere Bomben B61 beziehungsweise B43.

    „Diese Waffenlast war zu gering im Vergleich zu anderen Bombern der damaligen Zeit“, schreibt „The National Interest“. Die B-52 beispielsweise war zwar kein Überschallbomber, konnte aber eine vielfache Bombenlast tragen. Außerdem wirkte sich das Anbringen der Bomben negativ auf die aerodynamischen Eigenschaften der B-58 aus.

    Einer der größten Nachteile des „Superbombers“ war dessen Abhängigkeit von der Luftbetankung. Bei Unterschallgeschwindigkeit erzielte die B-58 eine Reichweite von rund 3800 Kilometern. Das allein ist schon zu wenig für ein strategisches Bombenflugzeug. Aber wenn der Kampfjet auf Überschall beschleunigte, schrumpfte seine Reichweite auf 2400 Kilometer – trotz der vollen Tanks in den Tragflächen, im Rumpf und in zusätzlichen Außenbehältern.

    Sowjetische Raketen im Dienste der vietnamesischen Luftabwehr, 1972
    © Sputnik / Archiv
    Sowjetische Raketen im Dienste der vietnamesischen Luftabwehr, 1972

    Diese Kerosinladung hatte auch noch Einfluss auf die Flugeigenschaften der B-58: Bei Beschleunigung oder Verlangsamung verlagerte sich der Schwerpunkt entsprechend und die Maschine wurde unkontrollierbar.

    Die konstruktiven Nachteile hätten behoben werden können und wären es auch, hätten die Sowjets die S-75-Rakete nicht gebaut, schreibt „The National Interest“: „Diese Abwehrrakete konnte schneller fliegen als die B-58. Circa Mach 3,5 in Höhen von circa 24000 Metern.“ Der einzige Nachteil der S-75 habe darin bestanden, dass sie tieffliegende Ziele nicht abwehren konnte. Aber der Bomber B-58 war für den Einsatz im Tiefflug auch nicht vorgesehen. „Also bedeutete die S-75 das endgültige Aus für diesen Wunderbomber“, so das Portal.

    Der amerikanische Kampfjet war zwar eine technische Meisterleistung der Luftfahrt, blieb jedoch nur ein Jahrzehnt lang im Dienst. 1970 wurde die B-58 ausgemustert.

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    Tags:
    USA, Luftabwehr, Vietnamkrieg