15:01 13 August 2020
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    In Umfragen wurde untersucht, wie viel Prozent der Schweizer Bevölkerung willig sind, die neuentwickelte SwissCovid-App herunterzuladen. Das Resultat: Über die Hälfte der Bevölkerung will die App zur Eindämmung des Coronavirus nicht installieren. Dabei benutzen viele Gegner nicht datenschutz-konforme Apps wie Whatsapp mindestens wöchentlich.

    In einer Umfrage vom Schweizer Vergleichsdienst „Comparis“ wurden Menschen aus verschiedenen Altersgruppen zur SwissCovid-App befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung nicht willig ist, die Warn-App zu installieren. Sogar bei den unter-30-Jährigen besteht kein Interesse am Herunterladen der App. Der Hauptgrund ist laut den Befragten die Angst vor einer Datenschutzverletzung. „Das Unwissen um die Funktion und die Sicherheit der App ist ein großes Hindernis. Der Bund muss dringend besser aufklären“, so der Digital-Experte Jean-Claude Frick von Comparis.

    Die Corona-Tracing-App des Bundes kann jeder Smartphone-Nutzer schon seit Ende Juni offiziell herunterladen. Doch in den zwei Wochen hat sich ein Großteil der Bevölkerung gegen den Download der App entschieden. Die Quote der Corona-App-Gegner betrug 56,1 Prozent. Am höchsten war die Unwilligkeit bei den älteren Generationen. 63,6 Prozent der Befragten über 60 weigerten sich, die App zu installieren. Dies sei verheerend, so Frick. „Denn für eine optimale Wirkung braucht es einen möglichst hohen Prozentsatz der Bevölkerung, der die App installiert“, warnt der Comparis-Digital-Experte.

    Whatsapp trotzdem von Skeptikern benutzt

    Ganze 44 Prozent der Gegner waren der Überzeugung, dass das Herunterladen der App nichts bezwecken würde – dies war somit der häufigste Grund, weswegen die Corona-App-Gegner darauf verzichteten. Als nächsthäufigster Grund wurde die Angst vor Verletzung des Datenschutzes genannt. Vor einer Datenschutzverletzung fürchteten sich in Zahlen ausgedrückt etwa 38 Prozent. Anderen (etwa zehn Prozent) war das Herunterladen der App zu „mühsam“.

    Die Gegner wurden befragt, ob sie andere Apps nutzten, die ebenfalls problematische Aspekte des Datenschutzes aufwiesen. Gerade Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Apps von sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook hatten in der Vergangenheit mehrere Pannen zu verzeichnen. Auch solche Apps werden von der großen Mehrheit der Corona-App-Skeptiker genutzt. Vor allem WhatsApp wird öfter wenigstens wöchentlich verwendet – und das von 86,1 Prozent.

    „Das zeigt, dass sich viele Handynutzer nicht bewusst sind, wo die wirklichen Gefahren liegen“, so Frick. Da der Datenschutz seit der anfänglichen Entwicklung der Covid-App immer im Blick behalten worden war, anders als bei Apps wie Whatsapp und Facebook. „Demgegenüber sehen Facebook, Google und Co. den Schutz der Daten ihrer Nutzer eher als lästiges Übel an und haben ihr Geschäftsmodell auf den Daten von uns allen aufgebaut“, warnt Frick.

    lm/gs

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    Tags:
    Schweiz, Corona-Warn-App, Coronavirus