05:56 04 August 2020
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    Die Preise stiegen, der Absatz fiel: 1964 musste Porsche ein neues Modell liefern, um die Unternehmensgewinne anzukurbeln. Ein „Porsche für jedermann“ wäre die Rettung gewesen, wäre Volkswagen nicht dazwischengefahren. Das Portal „Popular Mechanics“ berichtet.

    Es war ein Porsche vom feinsten: Der 912er von 1965. Die Karosserie vom älteren 911er, der Motor vom 365er: Eine weniger durchzugsstarke, aber dafür zuverlässige und günstigere Variante – ein Porsche für Einsteiger. Für das Unternehmen war das Modell ein Sechser im Lotto, verkaufte es sich doch besser als das Flaggschiff 911. Die 100 000-Stück-Marke war nach ein paar Jahren geknackt.

    Trotzdem musste Ende der Sechzigerjahre wieder ein neuer Porsche her. Just in dem Jahr, in dem Volkswagen begriff, dass seine sportliche Schönheit – der Karmann Ghia – in der Käufergunst langsam, aber sicher zurückfiel.

    Porsche 914 auf der VW-Teststrecke in Wolfsburg, 1973
    Porsche 914 auf der VW-Teststrecke in Wolfsburg, 1973

    Beide Autobauer standen vor der gleichen Herausforderung: Der Kunde wollte einen sportlichen, aber günstigen Renner – einen Edel-VW bzw. Spar-Porsche. Die Basis für eine gute Zusammenarbeit war geschaffen: Volkswagen arbeitete am Fahrgestell und der Karosserie, Porsche übernahm die Technik und den Motor. Im März 1968 trug die Zusammenarbeit Früchte: Der 914er wurde vorgestellt – ein Targa-Coupé mit Mittelmotor und einer glänzenden Zukunft, wäre… der Tod von Heinrich Nordhoff nicht gewesen.

    Der VW-Chef hatte die Entwicklung des 914er per Handschlag mit Ferdinand Porsche vereinbart. Eineinhalb Monate nach der Präsentation des neuen Modells verstarb Nordhoff jedoch. Kurt Lotz rückte in der VW-Führung nach.

    Der Neue erklärte kurzerhand, seine Firma besitze alle Rechte am 914er, Porsche werde am Gewinn nicht beteiligt, sofern der Rennwagenhersteller die Entwicklungskosten für die Karosserie und das Chassis nicht mit übernehme. Das ursprünglich vereinbarte Vermarktungskonzept war damit tot…

    Aber das Auto war noch zu retten: Ferry Porsche ließ ein neues Chassis für den 914er auf der Basis des 911er entwickeln. Herauskam ein reinrassiger Sportwagen – aber zu haben war er nur zum Preis eines echten Porsche. Nach gut 3000 verkauften Exemplaren wurde der „Porsche für jedermann“ aus dem Programm genommen.

    Das günstigere, weil motorschwächere Gegenstück von Volkswagen verkaufte sich hingegen über 100 000 Mal.

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    Tags:
    Volkswagen, Volkswagen AG, Porsche-911, Porsche