18:26 29 November 2020
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    Die DDR baute den Trabant und Wartburg in einer Ausführung, die heute vielleicht als Crossover durchgehen würde. Die Tschechoslowakei hatte einen Skoda als Kübelwagen. Polen hatte nichts dergleichen, dafür aber den Tarpan. Der Niva und UAZ aus der Sowjetunion sollen hier (fast) unerwähnt bleiben.

    Sicher, mit einem echten SUV hatte der Trabi Tramp oder der Wartburg 353-400 allerhöchstens die Schutzgitter an den Scheinwerfern und je nach Version die Geländereifen gemein. Aber immerhin war die Karosserie auf sportliche Freizeit oder je nach Einsatzgebiet auf Nutzbarkeit zugeschnitten.

    Das war es aber auch schon. Angetrieben wurden beide Modelle allein über die Fronträder – ohne zuschaltbaren Allradantrieb.

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    Wartburg 353-400

    Ähnlich verfuhren die Tschechen mit ihrem Skoda 1101P, den sie zwischen 1948 und 1951 aus dem zusammenbauten, was die Serienproduktion der Kompaktlimousine 1101 Tudor übrigließ. Also puristische Stahlkarosse mit Stoffdach, einem 32-PS-starken Benziner und Heckantrieb.

    Die 45-PS-starke Allradversion – Skoda 973 – blieb nur ein Prototyp.

    ​Ein Beispiel dafür, dass selbst aus einem Nutzfahrzeug für die Landwirtschaft noch ein echter Geländewagen werden konnte, lieferte Polen. In einer Posener Autofabrik entstand ein Vehikel, das aussah wie vom Dorfschmied zusammengebaut, aber seinen Zweck vollends erfüllte.

    1972 ging der Tarpan S 223 in Serie – mit einem Motor, der in ursprünglicher Form noch für die russische Pobeda-Limousine in den Vierzigerjahren entwickelt worden war. Aus 2,1 Liter Hubraum schöpfte das Aggregat 70 Pferdestärken. Angekoppelt war es im Tarpan an ein Vier-Gang-Getriebe. Angetrieben wurde das Fahrzeug nur über die Hinterräder, aber mit einer Bodenfreiheit von 210 Millimetern kam es auch im Gelände voran.

    1978 ging der Nachfolger in Serie: der Tarpan F-233 mit permanentem Allradantrieb und 75 Pferdestärken aus einem 1,5-Liter-großen Antrieb von Polski FIAT.

    Später wurde das Modell leicht überarbeitet und erhielt sogar einen 50-PS-Diesel von einem Kleinschlepper. Das war in den Achtzigerjahren, als Polen von Arbeiteraufständen erschüttert wurde: Eine nennenswerte Nachfrage nach dem Allradler von Tarpan gab es nur beim polnischen Militär.

    Für die Armee entstand der Tarpan Honker: 87 PS, unterschiedliche Karosserievarianten, zwei Radstände zur Auswahl. Das Fahrzeug war auch bei Kommunalbetrieben beliebt und wurde zwar in Kleinserien aber immerhin von der Mitte der Achtziger- bis in die späten Zweitausenderjahre produziert.

    Es war mithin der letzte Offroader, der noch im Ostblock entwickelt worden war und bis ins 21. Jahrhundert überdauerte. Abgesehen vom russischen UAZ und Niva natürlich. Diese Dinosaurier der Sowjetzeit sind unschlagbar langlebig. Von ihrer Ur-Form haben sie trotz zahlloser Überarbeitungen bis heute nichts eingebüßt. Warum auch, wenn die Form – getreu der Sowjetmaxime – ihren Zweck erfüllt.

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    Tags:
    Autoindustrie, UAZ, Polen, DDR, Tschechoslowakei