09:31 30 September 2020
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    Gehe voran, mache Fehler, lerne daraus und mache es besser – diesen Grundsatz scheinen russische Flugzeugentwickler verinnerlicht zu haben, schreibt der britische Fachjournalist David Hambling in der Zeitschrift „Forbes“: Der russische Suchoi-Konzern könnte schneller eine Kampfdrohne einsatzreif haben, als die Rivalen in den USA.

    Natürlich ist die Drohne „Ochotnik“ in der jetzigen Form nur eine Testplattform, weit entfernt vom Entwicklungsstand einer Serienmaschine. Vieles kann und wird sich sicherlich noch ändern: das Triebwerk, die Elektronik, die Waffenzuladung. Dennoch hat Russland die planmäßige Erstauslieferung des unbemannten Kampfflugzeugs auf 2024 vorgeschoben, statt, wie geplant, erst 2025 damit zu beginnen. Dies stehe im Kontrast zu den USA, wo die Pläne für vergleichbare Drohnen nur „langsam“ und „vorsichtig“ vorankommen würden, schreibt „Forbes“.

    Schon in ihrer jetzigen Ausführung wäre die russische S-70 der Standarddrohne der US Air Force – MQ-9 „Reaper“ – überlegen, wenn man denn die beiden Flugvehikel vergleichen wollte. Die russische Kampfdrohne könnte nicht nur gegen Guerillas ohne Flugabwehr, sondern auch in Großkonflikten eingesetzt werden, so das Magazin. Nach offiziellen Angaben kann die „Ochotnik“ bei einer Reichweite von circa 6.000 Kilometern rund 6.000 Kilogramm Waffen aufnehmen. Die Auslegung als Nurflügler verringert die Radarsignatur des Fluggeräts erheblich.

    Vergleichen lässt sich die „Ochotnik“ allerdings mit der bordgestützten amerikanischen Drohne X-47B – zumindest im Konzept. Die X-47 war ursprünglich als Unbemanntes Luftkampfsystem vorgesehen, doch seitdem verläuft die Entwicklung in eine andere Richtung, schreibt „Forbes“: Erst wurde aus der Kampfdrohne eine Aufklärungsdrohne mit Kampffähigkeit und Zusatzfunktion als Lufttanker, dann ist das Einsatzprofil allein auf die Luftbetankungsfunktion reduziert worden.

    Eine andere Drohne der USA ist die MQ-25 „Stingray“. Anfänglich ebenfalls als Kampfdrohne konzipiert, wird das Flugvehikel inzwischen als Multifunktionsdrohne weiterentwickelt. Die Diensteinführung war auf 2024 angesetzt, könnte sich jedoch um drei Jahre verzögern: Die Flugzeugträger müssten noch entsprechend modernisiert werden, erklärt die US Navy.

    Das heißt: „Obwohl mit großem Vorsprung gestartet, könnten die USA in der Entwicklung von Kampfdrohnen hinter Russland zurückfallen“, schreibt das Magazin. „Während die ‚Ochotnik‘ sich zu einer schwerbewaffneten Stealth-Drohne entwickelt, die die gegnerische Luftverteidigung weit vor bemannten Kampfflugzeugen überwinden kann, ist es nicht einmal klar, ob die ‚Stingray‘ überhaupt zu Kampfeinsätzen fähig ist.“

    Das trifft offenbar auch auf die XQ-28 „Valkyrie“ zu, die gegenwärtig von Kratos entwickelt wird. Diese Drohne hat im Moment eine Zuladung von nur 450 Kilogramm und kann nicht mit Tarnkappenfähigkeit punkten.

    Das Fazit von „Forbes“: Einen echten Widersacher für den russischen „Ochotnik“ haben die USA gegenwärtig nicht. „Russland könnte eine kampferprobte Stealth-Drohne auf den internationalen Markt bringen, bevor der Rivale die Tests seiner Drohnen überhaupt abgeschlossen hat.“

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    Tags:
    Suchoi, USA, Russland, Drohne, Ochotnik