02:22 27 November 2020
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    Mit „Space X“ hat die Privatisierung von Raketenstarts eingesetzt, nun will Deutschland auf diesem Markt mitmischen. In Bayern baut dafür gegenwärtig „Isar Aerospace“ an seiner Spectrum-Rakete. Sie soll Satelliten befördern, kleiner als die Falcon-9 sein und mit einem anderen Treibstoff betrieben werden. 2021 soll der erste Flug stattfinden.

    Mit dem US-Raketenbauer Space X ist die Privatisierung von Raketenstarts in Gang gekommen und Unternehmen oder Forschungseinrichtungen, die nicht den Weg über staatliche Raumfahrtagenturen gehen wollen, können ihre Satelliten von einer Falcon-Rakete ins All schießen lassen. Kein Wunder, denn das Satellitenaufkommen steigt von Jahr zu Jahr. Allein im Rahmen des Starlink-Netzwerks von Elon Musk sollen bis 2027 knapp 1200 Satelliten im Orbit ihre Arbeit aufnehmen, Amazon will im Rahmen des Kuiper-Projekts mehr als 3000 eigene Satelliten ins All befördern. Und das sind nur die Satelliten-Riesenprojekte. Die Liste der Einzelsatelliten ist kaum zu überschauen, Tendenz: steigend.

    Ab 2021 könnte Space X allerdings auf seinem Feld Konkurrenz bekommen – und zwar aus Deutschland, noch genauer aus München. Dort will sich das junge Unternehmen Isar Aerospace mit seiner 27 Meter hohen „Spectrum“-Rakete zu einer Art „europäischem Space X“ aufschwingen, das schon 2021 Flüge in die Erdumlaufbahn aufnehmen soll. Den Segen für dieses Vorhaben haben die Raketenbauer bereits am Sonntag erhalten: Am Sonntag wurde die Produktionshalle in Ottobrunn von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eingeweiht, der bereits Hoffnungen hegt, dass Bayern in der „Champions League der internationalen Raumfahrt mitmischen könnte“.

    Aber die Geschichte von Isar Aerospace beginnt nicht mit dem Besuch Markus Söders. Sie nimmt ihren Ursprung in der Gründung der Studentengruppe „Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt“ (Warr) durch den Raketenexperten Robert Schmucker. Die AG hat in der Zeit ihres Bestehens erfolgreich Weltraumtechnik entwickelt, Raketenstarts durchgeführt und ist 2017 in zwei Hyperloop-Wettbewerben von Space X als Sieger hervorgegangen. Es ist auch das Jahr 2017, in dem in der Warr die Idee zu einem deutschen Raketenunternehmen à la Space X entstanden ist, sagt Schmucker gegenüber Sputnik.

    Private Raumfahrt ist kostengünstiger

    „Space X hat erfolgreich gezeigt, dass private Raumfahrt – mit staatlichen Aufträgen – sehr gut möglich ist und effizienter (kapital- sowie zeitmäßig) als staatliche Entwicklungsprogramme sind“, so der Raketenforscher. „Das hat es in Europa bisher noch nicht gegeben – zumindest ist keine privat finanzierte Rakete bisher erfolgreich abgehoben.“ Die Ariane-Raketen der Esa seien mit Blick auf Satellitenstarts „kommerziell nicht tragfähig, außerdem nutzlastmäßig viel zu groß für künftige Kleinsatelliten“.

    Weniger Transportkapazität und Verzicht auf Kerosin

    Verglichen mit der 70 Meter hohen Falcon-9-Rakete von Space X soll die kleinere Spectrum auch weniger Nutzlast transportieren können: Während die Space X-Rakete auf bis zu 15 Tonnen kommt, sollen es bei der Münchener Rakete bis zu 1,2 Tonnen werden. In der Zahl der Triebwerke stimmen sie überein: Beide verfügen über neun in der ersten und ein Triebwerk in der zweiten Stufe. Bei den Treibstoffen dagegen gehen die Raketen wieder auseinander. Während bei Space X Raketenkerosin und Flüssigsauerstoff zum Einsatz kommen, sollen bei Isar Aerospace leichte Kohlenwasserstoffe und Flüssigsauerstoff verbrannt werden.

    Das geschieht laut Schmucker in erster Linie aus Umweltgründe, da beim Raketenstart Kerosin austritt und auch ins Grundwasser gelangt. Beim eingesetzten flüchtigen Gas Propan ist das dagegen nicht der Fall.

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    Tags:
    Weltraumforschung, Trägerrakete, Weltraum, Bayern, SpaceX