07:39 23 Oktober 2020
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    Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, stellt das Militärgerät der Bundeswehr, das zunehmend mit Hochtechnologien ausgestattet wird, auf den Prüfstand. Nach Pannen der letzten Jahre und unerfüllten Herstellerzusagen zweifelt der General daran, ob der Einsatz komplizierter elektronischer Systeme der richtige Weg für jede Aufgabe ist.

    Wie Zorn gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte, werden künftige Großprojekte auf ihre notwendige Ausstattung und Beschaffenheit genau überprüft. „Wir nennen das Forderungscontrolling: Sind wirklich alle Anforderungen an das System notwendig?“, sagte er. Vor einigen Tagen habe es dazu das erste Treffen gegeben.

    „Die Bundeswehr braucht robustes Material. Militärisches Handeln ist nicht auf Ausbildung in einem Feldlager beschränkt, sondern umfasst Gefechtssituationen und kriegerische Auseinandersetzungen. Unsere Fahrzeuge müssen verlässlich und einsatzbereit sein“, so Zorn. Er betonte: „Einfache Bedienung und technischer Fortschritt müssen miteinander harmonieren. Unsere Autos müssen noch fahren, selbst wenn sie schon mal angeschossen wurden.“

    Erfahrungen mit dem Schützenpanzer Puma, den Hubschraubern Tiger und NH-90 sowie dem Transportflugzeug A400M hätten gezeigt, dass die Anwendung von viel Technologie und Hightech auch zu Komplikationen führen könne, so Zorn. Die unterschiedlichen elektronischen Systeme seien komplex und schwer miteinander zu synchronisieren.

    „In den Erprobungsumgebungen neuer Waffensysteme funktioniert alles einwandfrei. Tausende Satelliten geben uns alle Informationen, die wir brauchen“, sagte Zorn. Er stelle sich aber die Frage, was passieren würde, wenn durch eine gezielte Cyberattacke Satellitensignale gestört bzw. die betreffenden Waffensysteme angegriffen würden. „Sind sie robust genug und dann weiterhin einsatzbereit?“, fragte der General.

    ls/sb/dpa

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    Eberhard Zorn, Bundeswehr, Deutschland