08:51 27 Oktober 2020
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    2025 soll der Prototyp des neuen russischen Bordhubschraubers erstmalig fliegen. „Minoga“ ist der Codename des Konzepts. Gedacht ist der Helikopter als Ersatz für die alternden U-Boot-Jäger Ka-27, die derzeit auf russischen Fregatten und Kreuzern im Einsatz sind. Aber nicht nur dafür.

    Es ist nicht mehr lange hin bis zum Erstflug des Prototyps, aber Informationen über den „Minoga“ sind rar. Das erste öffentliche Wort über den künftigen Hubschrauber fiel 2015, als der Chef der russischen Marineflieger erklärte, es sei möglich, dass die neue Maschine bis 2020 in die Nutzung eingeführt werde. Ein Jahr später präzisierte der Chefkonstrukteur des Kamow-Konzerns, die Projektentwicklung werde mindestens zehn Jahre beanspruchen. Erst auf der Rüstungsmesse Army-2020 haben Russian Helicopters (Dachkonzern des Hubschrauberherstellers Kamow) und das russische Verteidigungsministerium den Bau eines Erprobungsträgers im besagten Programm vertraglich vereinbart.

    Dass der neue Bordhubschrauber über einen Koaxialrotor angetrieben werden wird, steht wohl fest. Das Prinzip gegenläufiger Hauptrotoren hat sich bereits vielfach bewehrt, bei bord- und bei bodengestützten Hubschraubern wie dem russischen Ka-52.

    Bei herkömmlicher Auslegung dreht ein Hubschrauber im Flug immer gegen die Richtung, in die sich sein Hauptrotor dreht. Deshalb ist ein Heckrotor nötig, der gegen diesen Drall anarbeitet. Bei den Hubschraubern von Kamow kommt der Ausgleich aber durch die Gegenläufigkeit der Rotoren zustande. Diese Konstruktion ist technisch simpler, verringert die Verwundbarkeit des Helikopters, erhöht dessen Manövrierfähigkeit und – für Marineflieger besonders wichtig – reduziert die Abmessungen der Maschine erheblich.

    Daher erwarten Experten, dass der „Minoga“ sehr kompakt sein wird – und mit sechs bis sieben Tonnen rund zwei Tonnen leichter als der Vorgänger Ka-27. Dadurch wird zweierlei möglich: 1) Auf einem Schiff wie beispielsweise Hubschrauberträger können mehr Bordhubschrauber stationiert werden und 2) Zur Aufnahme von Bordhubschraubern werden Kampfschiffe befähigt, die diese Fähigkeit aufgrund von Gewichts- und Platzlimits bisher nicht aufweisen. Die Gewichtsreduktion soll durch die Anwendung von Verbundwerkstoffen erreicht werden.

    ​Als Antrieb stehen zwei Gasturbinen TW7-117WK je 3000 Wellen-PS zur Verfügung. Es sind dieselben Aggregate, die die schwereren Kampfhubschrauber Mi-28 und Ka-52 antreiben. Damit sind für den „Minoga“ Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern zu erwarten: für einen U-Boot-Jäger reichlich.

    Ein russischer Elektronikhersteller hat eigens für den künftigen Bordhubschrauber ein Kommunikationssystem entwickelt, das in jedem Flugabschnitt und unter den härtesten Einsatzbedingungen eine ebenso reibungslose wie zügige Datenübertragung ermöglicht. Neue Digitalsysteme sollen sicherstellen, dass der „Minoga“ in das automatisierte Gefechtsmanagement der russischen Streitkräfte integriert werden kann.

    ​Genaue Angaben zur geplanten Bewaffnung des „Minoga“ fehlen in der Öffentlichkeit bisher. Anzunehmen ist, dass der neue Bordhubschrauber ebenso wie sein Vorgänger mit Schiffsabwehrraketen, Torpedos und Wasserbomben ausgerüstet sein wird. Allerdings soll sich der „Minoga“ nicht auf die U-Boot-Jagd allein beschränken: Der Bordhubschrauber ist als umrüstbare Multifunktionsplattform für mehrere Einsatzarten vorgesehen, erklärte Russian Helicopters letzten Sommer.

    Also wird der künftige Bordhubschrauber alle drei Versionen seines Vorgängers Ka-27 ersetzen: den U-Boot-Jäger, die Ausführung für Such- und Rettungsmissionen und die Version für Kampf- und Transporteinsätze. Der Chefkonstrukteur von Kamow erwähnte auch die Möglichkeit einer unbemannten Ausführung, sofern denn der Auftraggeber eine bestelle.

    Eines steht fest: In der Entwicklung von Bordhubschraubern sind Kamow-Konstrukteure unübertroffen. Sie haben dutzende Hubschrauberversionen für die russische Marine entworfen und gebaut: den U-Boot-Jäger Ka-27 und Ka-27M, den Such- und Rettungshelikopter Ka-27PS, den Kampf- und Transporthubschrauber Ka-29 und die fliegende Radarstation Ka-31. Diese Erfahrungen wird Kamow in die Entwicklung des „Minoga“ definitiv einbringen.

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    Tags:
    Kamow, U-Boot-Jagdhelikopter, U-Boot-Jäger, Ka-27PL