15:52 30 Oktober 2020
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    Japan erwägt die Digitalisierung von Eheschließungen und Scheidungsanträgen. Japanische Medien berichten am Freitag unter Berufung auf Justizministerin Yoko Kamikawa, dass die Regierung in Tokio die Möglichkeit prüfe, die bislang nötigen Stempel unter solchen Anträgen abzuschaffen.

    Japans traditionelle Stempel-Kultur hat sich im Zuge der Corona-Krise in der staatlichen Bürokratie wie auch in den Unternehmen als großes Hindernis erwiesen. Aus diesem Grund will die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt jetzt die Digitalisierung voranbringen. Denn trotz seines Rufs als Hightechnation bleibt Japan in diesem Bereich hinter anderen Ländern zurück. Das soll sich nun ändern.

    Wie die führende Wirtschaftszeitung „Nikkei“ kürzlich berichtete, will die Regierung die Effizienz in den Ministerien und Behörden steigern und zu diesem Zweck ein einheitliches Computernetzwerk errichten.

    Bislang verfügten die Ministerien und Behörden über jeweils eigene LAN-Netzwerke (LAN: Local Area Network – Anm. d. Red.) mit unterschiedlichen Sicherheitsstandards. Um künftig Video-Konferenzen zum Beispiel mit anderen Behörden oder auch Privatgesellschaften zu erleichtern, will man die einzelnen Netzwerke in den nächsten Jahren abschaffen. Laut Volkswirten ist Japan nun dabei, einen Riesensprung in Richtung einer Digitalisierung und neuer Arbeitsstile zu schaffen.

    ls/ae/dpa

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    Regierung, Japan