21:06 23 November 2020
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    Die amerikanischen Streitkräfte wollen mit einer strategischen Langstreckenwaffe wichtige Ziele aus großen Entfernungen beschießen können. Moskau, Peking, ja ganze Länder sollen ins Visier genommen werden. Experten äußern Zweifel im Sputnik-Gespräch.

    Breschen schlagen für den ungehinderten Einsatz von Bodentruppen – dafür will die US-Armee eine spezielle „Langstreckenhaubitze“ nutzen: die „Strategic Long Range Cannon“, schreibt das Portal „Popular Mechanics“. Seit 2019 ist das SLRC-Programm der Vereinigten Staaten in der Öffentlichkeit bekannt. Der Prototyp dieser „Strategischen Langstreckenkanone“ wird derzeit in Arizona getestet.

    Mit deren Einsatzreife könnten Schlachtschiffe von der Größe der „Montana-Klasse“ in die amerikanischen Streitkräfte Einzug halten, schreibt das Portal: Darauf aufgebaut, würde die Langstreckenhaubitze wichtige Ziele ins Visier nehmen. „Von der Nordsee aus könnten Ziele in Westrussland und sogar Moskau beschossen werden. Eine ‚Montana‘ im Indischen Ozean könnte große Teile Pakistans, Afghanistan, Iran, Somalia und Jemen erreichen. Im Pazifik könnte eine ‚Montana‘, hinter Japan in Sicherheit lauernd, ganz Nordkorea und sogar Peking und Schanghai abdecken“, so das Portal.

    „Handelt es sich dabei wirklich um eine Artilleriewaffe?“, fragt Militärexperte und Fachjournalist Dmitri Litowkin im Sputnik-Gespräch. „Wenn ja, dann bin ich mit Blick auf deren Einsatzwert skeptisch. Selbst eine elektromagnetische Kanone schafft es nicht, ein Projektil von der Nordsee bis nach Moskau zu schießen. So etwas können eigentlich nur Marschflugkörper.“

    Dahingehend äußert sich auch der Fachjournalist Boris Roschin: „Das Non-Plus-Ultra sind gegenwärtig nicht Geschütze, sondern Hyperschallwaffen. Die Amerikaner arbeiten an entsprechenden Programmen. Sollten sie parallel dazu eine strategische Haubitze entwickeln, dann wäre dies nicht mehr als eine Ergänzung zum Raketenarsenal, keinesfalls eine Verdrängung der Raketen als Offensivwaffen.“

    ​Dmitri Litowkin fügt an: „Wer das westliche Russland und die russische Hauptstadt beschießen will, sollte die russischen Abfangjäger im Hinterkopf haben. Ich meine die mit der Hyperschallwaffe ‚Kinschal‘. Amerikanische Schlachtschiffe mit Superhaubitzen, sollten sie jemals entstehen, wären ein potenzielles Ziel für die russischen MiGs. Gleichzeitig sind in Kaliningrad, dem westlichsten Russland schlechthin, Schiffsabwehrraketen stationiert, die es auch mit Schlachtschiffen aufnehmen können. Insofern erkenne ich bei bestem Willen nicht, welcher Vorteil den amerikanischen Streitkräften aus der neuen Langstreckenhaubitze entstehen soll.“

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    Tags:
    Haubitze, Russland, Moskau, USA