01:58 27 November 2020
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    Russland hat eine erste Versuchspartie eigener atomarer Stromzellen auf den Markt gebracht, schreibt „Strana Rosatom“ – das amtliche Blatt der russischen Atombranche - am Montag.

    Die aussichtsreiche Stromquelle wurde in dem zur staatlichen russischen Kernenergiegesellschaft Rosatom gehörenden Botschwar-Forschungsinstitut für anorganische Materialien entwickelt. Die Idee war ganz einfach: Die weiche Beta-Strahlung von Tritium – des radioaktiven Wasserstoff-Isotops – wird mithilfe eines Halbleiterwandlers in Strom umgewandelt.

    15 Jahre Betriebszeit

    Mit solchen Stromquellen werden unter anderem elektronische Systeme geringer Leistung oder Geber von Messgeräten gespeist. Tritium passt ganz gut für die Produktion derartiger Batterien, denn seine Halbwertzeit beträgt 12,3 Jahre. Dabei ist die Beta-Strahlung extrem weich und zerstört nicht die Struktur von Halbleitern. Das ermöglicht es, die Betriebszeit der „Atombatterien“ bis auf 15 Jahre zu verlängern.

    Die runde Zelle hat einen Durchmesser von 30 Millimetern und ist 15 Millimeter hoch. Die Leistung beträgt 200 Nanowatt (nW). In Russland gibt es bislang keine Analoga für solche Stromzellen. Vergleichbare Produkte werden derzeit von der US-Firma CityLabs hergestellt.

    „Der Grad der Umwandlung in unserer Batterie ist im Vergleich zu US-Analoga niedriger, weil es in Russland noch keine Halbleiterwandler der erforderlichen Qualität gibt“, sagte Alexander Anikin, Leiter des Departements Ausrüstung und Technologien zur Produktion von Isotopen im Institut.

    Aber die Beta-Strahlung russischer Isotope weise eine höhere spezifische Aktivität auf. Da gebe es ein Potenzial für die Weiterentwicklung, hieß es.

    am/mt

     

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    Tags:
    Entwicklung, Atombatterien, Rosatom, Russland