15:43 25 November 2020
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    Russische Soldaten arbeiten sich gegenwärtig ein in die Nutzung der Mehrzweckdrohne „Orion“. Die unbemannten Fluggeräte, ausgerüstet mit feiner Sensorik und präziser Bewaffnung, werden den Kampfwert der Truppe erheblich steigern, sagen Experten.

    Lange und schmale Flügel, ein V-förmiges Leitwerk – äußerlich erinnert die russische „Orion“ ein wenig an die amerikanische „Reaper“. Bestimmt ist die russische Drohne hauptsächlich für die Erstellung von Lagebildern und zur Zielaufklärung, kann aber auch mit Lenkbomben und -raketen präzise zuschlagen. Für das UAV sind spezielle Wirkmittel der Größenordnung 25 bis 100 Kilogramm entwickelt worden, die Gesamtwaffenlast reicht bis maximal 200 Kilogramm. Damit kann die Maschine bis zu 24 Stunden lang in der Luft patrouillieren.

    Ein russischer Fernsehsender zeigte das Waffensystem – zwei Führungscontainer und drei Flugvehikel – neulich im Truppeneinsatz. Russlands Verteidigungsministerium hat den Vertrag für die Auslieferung der „Orion“ an die Armee im August unterzeichnet. Davor wurde die Drohne monatelang bei der Truppe erprobt.

    Die „Orion“ zählt zur Mittelklasse der unbemannten Fluggeräte, ist also zwischen der schweren S-70 „Ochotnik“ und den Kleinfluggeräten im russischen Heeresdienst zu verorten. Ein Otto-Motor im Heck steht mit 100 Pferdestärken als Antrieb zur Verfügung. Weil die Konstruktion zum erheblichen Teil aus Verbundwerkstoffen besteht, wiegt das äußerlich massige Flugvehikel gerade Mal eine Tonne. Mit den 100 PS beschleunigt die Drohne auf 200 km/h in 7500 Metern Höhe. Die Flugsteuerung übernimmt ein Bediener per Funk aus maximal 250 Kilometern Entfernung.

    ​Das Besondere an der „Orion“ ist die Fähigkeit zu Einsätzen in einem vom Gegner elektronisch stark gestörten Umfeld. Die optronischen Sensoren an Bord der Drohne erfassen Ziele automatisch und setzen darauf die Bordwaffen an. Zur Sensorik zählen Infrarot- und TV-Kameras, lasergestützte Entfernungsmess- und Zielerfassungsgeräte. Möglich ist die Installation weiterer Elektronik und radargestützter Überwachungstechnik.

    Die Weiterentwicklung der „Orion“ ist die zwei Tonnen schwere „Sirius“. Für das kommende Jahr haben die Entwickler ein flugfähiges Exemplar angekündigt. Das größere Fluggerät wird mit Systemen zur Satellitennavigation ausgerüstet und somit praktisch von jedem Punkt des Planeten aus steuerbar sein.

    Drohnen im Einsatz

    Unbemannte Fluggeräte sind aus der Taktik bewaffneter Konflikte inzwischen nicht mehr wegzudenken. Die Einsatztaktiken werden permanent weiterentwickelt, wie beispielsweise in den USA. Dort hält die Methode der Drohnenschwärme in den regulären Truppendienst Einzug. Dabei schwärmen dutzende Fluggeräte gleichzeitig aus, um die gegnerische Flugabwehr gleichsam aufzusprengen und die Abwehrraketen abzulenken.

    „Ein Bomber B-52 kann an die 140 Kleindrohnen aufnehmen. Im Einsatz können sie als Schwarm Ziele imitieren. Die gegnerische Flugabwehr ist gezwungen, auf einen Schwarmangriff dieser Art zu reagieren – also den Munitionsvorrat einzusetzen und die eigene Stellung zu verraten. Solange die Mannschaften am Boden die Abwehrsysteme wieder aufmunitionieren, haben die Bomber oder Jagdbomber Zeit, den übermittelten Zielkoordinaten zu folgen und auf die Flugabwehrstellungen einzuwirken“, erklärt Militärexperte Alexej Leonkow.

    Eines können die Drohnen außerdem: Auf die Psyche des Gegners einwirken. „Hat eine Drohne, sagen wir, eine Raketenstellung geortet, wird sie das Waffensystem im Alleingang nicht zerstören können. Muss sie auch nicht. Es ist schon viel geholfen, wenn die Drohne im Überraschungsangriff leichtere Bomben oder Raketen einsetzt und dadurch Panik im gegnerischen Lager verursacht, zumindest aber die Abläufe der gegnerischen Mannschaften an einer Feuerstellung desorganisiert. Es ist ein ungeheurer psychischer Druck. In der Zeit fliegen schwerere Kampfjets oder Kampfhubschrauber heran, um den Einsatz zu Ende zu bringen“, erklärt der ehemalige Kampfpilot Generalmajor Wladimir Popow.

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    Neben der „Orion“ verfügt die russische Armee über eine Vielzahl von unbemannten Fluggeräten unterschiedlichen Typs. Es sind in der Regel kompakte UAVs zur Lagebilderstellung und Zielaufklärung. Oder zum Objektschutz: In Syrien patrouillieren Drohnen permanent rund um den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim. Deren unschätzbarer Vorteil ist die Sicherheit der Einsatzkräfte auf der Luftwaffenbasis. So können Angreifer weit vor dem Stützpunkt geortet und abgewehrt werden. Eine Fähigkeit, die durch die Truppeneinführung der „Orion“ zusätzlich gestärkt wird.

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    Drohne, Orion, Russland