05:34 03 Dezember 2020
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    Die iranischen Luftstreitkräfte setzen immer noch auf einen Kampfjet aus Zeiten des Vietnamkriegs. Der Iran verfügt über die weltgrößte Flotte an amerikanischen F-4-Jagdflugzeugen: mehr als 70 Maschinen in unterschiedlichen Ausführungen. Einige sind offenbar einer Kampfwertsteigerung unterzogen worden. Das „Military Watch Magazine“ berichtet.

    Der Iran ist längst alles andere als ein Partner der Vereinigten Staaten. Doch unvergessen sind die Zeiten, in denen Teheran und Washington Verbündete waren. Die USA lieferten massenweise Waffen an die autokratische Pahlavi-Dynastie, darunter die F-4 „Phantom“ – als Jagdbomber (F-4D und F-4E) sowie als Aufklärungsjet (RF-4).

    Das Kampfflugzeug dient immer noch bei der IRIAF, der iranischen Luftwaffe. Zumal Teheran in den zurückliegenden 30 Jahren aufgrund eines Waffenembargos keine neuen Jagdflugzeuge beschaffen konnte. Umso mehr investiert der Iran in die technische Aufwertung der F-4, mit dem Fokus primär auf der Bewaffnung, schreibt „Military Watch Magazine“ (MWM).

    ​Bei einer Luftwaffenübung dieser Tage („Himmelsverteidiger“ vom 2. bis 4. November) trainierten die iranischen Luftstreitkräfte mit den F-4-Jets den Einsatz einer 900-kg-schweren optronisch gelenkten Bombe: der „Qassed“.

    Die Lenkbombe sei ein „Kampfwert-Booster“ für das urzeitliche Flugzeug, so das Magazin. Denn die Waffe ermöglicht Luftschläge mit deutlich höherer Präzision. Zusammen mit der relativ großen Reichweite und der hohen Geschwindigkeit der F-4 ergibt die „Qassed“ ein durchaus schlagkräftiges Waffensystem.

    Wenige Tage vor der besagten Luftwaffenübung demonstrierte die IRIAF eine RF-4 mit optischen Aufklärungsgeräten aus heimischer Fertigung. Offensichtlich ist auch der Aufklärungsjet neben den Kampfversionen der F-4 modernisiert worden, auch wenn keine Angaben dazu vorliegen, wie lange die RF-4 noch im Dienst bleiben soll.

    Da das Waffenembargo der Vereinten Nationen gegen Teheran im vergangenen Oktober abgelaufen ist, erwarten Experten, dass der Iran seine F-4-Flugzeuge durch moderne Kampfjets aus Russland oder China ersetzt, etwa durch die MiG-35 oder die J-10C: Flugzeuge der Generation 4++. Die Modernisierung der „Phantom“ deutet jedoch darauf hin, dass die F-4-Flotte bis in die 2030er Jahre im Dienst bleiben könnte – entweder aus Gründen des Sparzwangs komplett oder als Ergänzung zu neuen im Ausland beschafften Maschinen, so das Magazin.

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    Tags:
    Waffenembargo, Jagdbomber, F-4, Luftstreitkräfte, Iran