12:54 03 Dezember 2020
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    EVO-1: ein Nutzfahrzeug für den städtischen Lieferverkehr, vollelektrisch, autonom, komplett in Russland entwickelt. Der Prototyp ist bei der Eröffnung einer neuen Stadtautobahn in Moskau letzte Woche testweise gefahren: auf einem „smarter Highway“ genannten Abschnitt.

    Bisher funktioniert es bei Speditionsunternehmen meistens so, dass sie ihren Fuhrpark eigenständig betreiben. Die Transportunternehmen kaufen oder leasen die Lastwagen und sind dann für deren Betrieb eigenverantwortlich. Der Hersteller übernimmt allerhöchstens die Wartung und Reparatur.

    „Dieses traditionelle Modell ist ein Bremsklotz für die Entwicklung des autonomen Warentransports“, erklärt Andrej Bolschakow, Gründer und Geschäftsführer des russischen Startups Evocargo. „Die Transportunternehmen haben in der Regel noch gar keine Spezialisten, die im Betrieb und Umgang mit autonomen Fahrzeugen geschult wären. Diese Hürde überwinden wir, indem wir autonome Fahrzeuge als kompletten Logistikservice anbieten.“

    Das erste Modell des russischen Startups – der EVO-1 – ist letzte Woche in der Praxis erprobt worden, bei der Eröffnung der Moskauer Stadtautobahn ZKAD-3. Das autonome Nutzfahrzeug soll die Kosten des Gütertransports laut Hersteller um bis zu 60 Prozent reduzieren. Denn statt das Fahrsystem aus bestehenden konventionellen Fahrzeugen zu entwickeln, ist es von Anfang an als fahrerlos konzipiert worden: auf dem EVO-1 gibt es weder ein Fahrerhaus noch die komplizierten, menschengesteuerten Lenksysteme.

    Als Antrieb nutzt der EVO-1 eine hybride Technik: Akku und Brennstoffzelle. Mit der vollaufgeladenen Batterie fährt das Nutzfahrzeug bis zu 250 Kilometer. Dann springt die Brennstoffzelle ein und liefert bei vollem Wasserstofftank zusätzliche 650 bis 750 Kilometer Reichweite.

    Ab dem kommenden Jahr will Evocargo logistische Dienstleistungen mit dem EVO-1 anbieten. Abgerechnet wird entweder nach Kilometern – oder der Kunde bestellt einen Langzeitservice im Abo. Logistikdienstleister können das Nutzfahrzeug bereits vorbestellen. „Im kommenden Jahr bekommen unsere Kunden mehrere EVO-1 zu Testzwecken auf gesicherten Arealen“, erklärt Evocargo in einer Mitteilung.

    • Unbemannter Lastwagen Evocargo bei der Eröffnung der Moskauer Stadtautobahn ZKAD-3
      Unbemannter Lastwagen Evocargo bei der Eröffnung der Moskauer Stadtautobahn ZKAD-3
      © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    • Unbemannter Lastwagen Evocargo Evo1 bei der Eröffnung der Moskauer Stadtautobahn ZKAD-3
      Unbemannter Lastwagen Evocargo Evo1 bei der Eröffnung der Moskauer Stadtautobahn ZKAD-3
      © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
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    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    Unbemannter Lastwagen Evocargo bei der Eröffnung der Moskauer Stadtautobahn ZKAD-3

    Ein weiterer Kostensenkungsfaktor ist die Übertragung bestimmter Sensorfunktionen vom Lastwagen auf die smarte Straße: Eine auf der Autobahn installierte Telematik versorgt das Nutzfahrzeug mit Echtzeitdaten über die Verkehrssituation und erhöht auf diese Weise die Sicherheit im Straßenverkehr. „Die Telematik übernimmt die Koordinierung der autonomen Fahrzeuge, die im Einsatz sind. Zudem verfolgt ein Operator von einer Leitzentrale aus die Bewegung des autonomen Fahrzeugs und kann in kritischen Situationen eingreifen.

    Die Moskauer Stadtautobahn ZKAD ist in das chinesische Projekt der Neuen Seidenstraße eingebunden. Der Bau „smarter Highways“ auf dieser Strecke soll die Transportkapazitäten erweitern und zugleich die Transportkosten erheblich senken.

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