05:48 03 Dezember 2020
SNA Radio
    Technik
    Zum Kurzlink
    111479
    Abonnieren

    Russlands Weltraumkonzern Roskosmos hätte Interesse daran, die Raumfähren „Buran“, die noch existieren, in einem Museum zu verewigen. Konzernchef Dmitri Rogosin hat sich kürzlich dahingehend geäußert. Außer als Ausstellungsstück sind die „Sowjetshuttles“ auch gar nicht zu gebrauchen, sagt ein Experte im Sputnik-Gespräch und fügt ein Aber hinzu.

    Man würde die „Buran“ gern kaufen und im Museum ausstellen, wenn man nur wüsste, wem sie gehöre, twitterte der Roskosmos-Chef dieser Tage. Zwei Raumfähren „Buran“ – das flugfähige zweite Exemplar und dessen technisches Mockup – befinden sich gegenwärtig auf dem Weltraumbahnhof Baikonur. Wem sie offiziell gehören, war lange Zeit unbekannt.

    Nach Rogosins Tweet fand sich der Besitzer jedoch prompt: „Sehr geehrter Herr Rogosin, die beiden Raumfähren … sind Eigentum der RKK Baikonur“, antwortete Dauren Mussa, Chef des genannten Unternehmens. Man habe viel Aufwand betrieben, damit die Raumschiffe erhalten bleiben, betonte der Firmenvorstand.

    Einen anderen Wert als einen technisch-historischen haben die „Buran“-Exemplare, die heute noch existieren, auch gar nicht, sagt Raumfahrtexperte und Fachpublizist Alexander Schelesnjakow im Sputnik-Gespräch. „Die technischen Lösungen, die damals in den Raumfähren umgesetzt wurden, waren erstklassig und ihrer Zeit weit voraus“, sind also ein Zeugnis der Technikgeschichte. „Und sie sind bis in unsere Zeit weitgehend aktuell geblieben“, so der Experte. „30 Jahre Fortschritt können einem hochkomplexen System, wie die „Buran“ eins ist, wenig anhaben.“

    Er ist überzeugt: „Die technischen Lösungen, die in der Raumfähre angewandt wurden, können auch in Zukunft angewandt werden. In neuer Ausführung und mit neuen Werkstoffen natürlich.“

    Allerdings ist die Wiederverwendung der „Buran“ laut dem Fachmann weniger eine technische als eine wirtschaftliche Frage: „Der Praxiseinsatz der Raumfähre hat gezeigt, dass die Nutzung dieser Systeme wirtschaftlich nicht gerechtfertigt ist. Es ist schlichtweg zu teuer, Frachten mit wiederverwendungsfähigen Systemen in den Erdorbit zu transportieren. Die Flüge selbst sind nur ein Teil der Kosten, deutlich kostenintensiver ist der Unterhalt der Raumfähre am Boden.“

    Es ist also nur „theoretisch möglich“, dass die „Buran“ in welcher Form auch immer demnächst wiederverwendet würde, sagt der Experte. „Auch die Amerikaner haben ihren Shuttle aus Kostengründen stillgelegt“, erinnert er. „Darum sind Raumfrachter dieser Art eher was für die Zukunft – vorausgesetzt, man schafft es, zuverlässige Trägerstufen für den mehrfachen Einsatz zu entwickeln und viele andere technische Fragen wirtschaftlich zu lösen.“

    In Deutschland übrigens ist die Raumfähre „Buran“ bereits als Ausstellungsstück zu besichtigen: im Technikmuseum Speyer. Dort ist das Erprobungsexemplar des Sowjetshuttles mit Flugzeugtriebwerken ausgestellt. Ein Mockup der „Buran“ ist auf dem Gelände der Moskauer WDNCh-Ausstellung zu sehen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Wie Verbrecher behandelt? Quarantäne-Schreiben wegen harter Wortwahl in Kritik – Sputnik hakt nach
    Russischer Impfstoff darf dran, so Kommission von der Leyens - aber „nirgendwo in EU außer Ungarn“
    Auf Sexparty erwischt: Polizei löst Orgie in Brüssel auf – EU-Abgeordneter tritt zurück
    Tags:
    Russland, Weltraumfahrt, Dmitri Rogosin, Buran, Roskosmos