13:34 04 Dezember 2020
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    Das ungarische Heer hat seine ersten Kampfpanzer Leopard 2 erhalten. Das deutsche Gerät soll bei den Ungarn die russischen T-72-Panzer ersetzen. Bisher bringt die Umstellung auf die neuen Kampffahrzeuge aber nur eine Menge Probleme mit sich, wie ein ungarischer Infanterie-General erklärt hat.

    Schon bei der Zufahrt zum Truppenübungsplatz beginnen die Probleme: Die Straße führt als Unterführung unter einer Brücke hindurch. Die neuen Panzer aus Deutschland sind dafür zu groß und müssen einen Umweg fahren – und zwar nicht in Kolonne, sondern einzeln: Die Umgehungsstraße hält eine Belastung von maximal 80 Tonnen aus. Sind die Leopard 2 endlich am Übungsplatz angekommen, stehen sie (wortwörtlich) vor dem nächsten Problem: die Einfahrtstore der Panzerhalle sind für das neue Gerät schlicht zu klein.

    Jedoch sind nicht die engen Straßen und Hallen das größte Problem der ungarischen Panzertruppe mit dem Leopard 2, sondern das Erfordernis einer kompletten Umstellung bei der Bedienung der neuen Kampfpanzer:

    „Wir alle werden uns an das manuelle Laden gewöhnen müssen“, sagte General Lerinci Gabor, Befehlshaber der 25. Infanterie-Brigade, laut einem Fachportal.

    Der russische T-72 hat nämlich ein mechanisches Schaltgetriebe und eine Ladeautomatik an Bord. Beim Leopard 2 ist es exakt umgekehrt: automatisches Schaltgetriebe und manuelle Ladevorrichtung. Dies erfordere deutlich mehr als bloß eine Umstellung von einem Panzertyp auf einen anderen, beklagt der General.

    Zumal das Fachpersonal für die Bedienung und die Wartung des Leopard 2 auch noch nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. „Die Ausbildung der Techniker wird noch Jahre dauern. Sie müssen sich in die zahlreichen digitalen Systeme des Leopard 2 einarbeiten“, so General Gabor. Er plädiert dafür, den T-72 parallel zum Leopard 2 bei der Truppe zu belassen: Man müsse sich nur mit den Tschechen und den Polen auf Ersatzteillieferungen verständigen.

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    Tags:
    T-72-Panzer, Ungarn, Deutschland, Leopard-2-Panzer