06:15 25 September 2017
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    Namen- und würdelos: „Verräter-Friedhof“ für tote Putschteilnehmer in Türkei – VIDEO

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    Nach dem gescheiterten Putschversuch gehen türkische Behörden selbst gegen Tote radikal vor: In Istanbul wird derzeit ein „Verräter-Friedhof“ geschaffen. Dort sollen die während des Putschversuchs getöteten Soldaten beerdigt werden.

    Der Friedhof liegt ganz hinten in einer Ecke auf der Baustelle für ein neues Hundeheim im östlichen Teil der Stadt. Ein schwarz-weißes Schild steht davor: Hainler Mezarlığı („Verräter-Friedhof“). Namenlose Gräber sollen für etwa 24 getötete Soldaten geschaufelt worden sein.

    Nach Anordnung der türkischen Behörde für religiöse Angelegenheiten soll es zudem keine Begräbniszeremonien und —gebete für jene geben, die bei ihrer Beteiligung am Putschversuch ums Leben kamen.

    Zuvor hatte der Istanbuler Bürgermeister Kadir Topbas erklärt, der Friedhof solle von Passanten verflucht werden.

    „Sie werden nicht einmal in der Gräbern Ruhe finden“, so Topbas.

    In der Nacht auf den 16. Juli gab es in der Türkei einen Putschversuch, der von einem kleinen Teil des Militärs ausgegangen sein soll. Zeitweise hatten die Putschisten mehrere zentrale Militär- und Polizeistellen sowie den Istanbuler Atatürk-Flughafen unter ihre Kontrolle gebracht. Bis zum Morgen gewannen aber die regierungstreuen Kräfte die Oberhand. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte daraufhin den Putschversuch für gescheitert. Etwa 290 Menschen kamen in der einen Nacht ums Leben, mehr als 1.500 wurden verletzt.

    Tags:
    Friedhof, Grab, Putschversuch, Istanbul, Türkei

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